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Artikel-Schlagworte: „Buchhandel“

Crazy @ Shopping – Einkaufen in Tirol

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Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD, dem freien Radio Innsbruck! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit einer neuen Ausgabe von „hinterfragt.“, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

Die heutige Sendung trägt den Titel:

Crazy @ Shopping

Toll, ein englischer Titel, jetzt fängt der auch schon damit an, werdet ihr vielleicht denken. Nicht ganz zu unrecht, denn im Marketing wird da ja heute bunt zwischen Englisch und Deutsch gemischt.

In der heutigen Sendung geht es um die verschiedenen Formen der Einkaufskultur im Land (und auch anderswo), vor allem im Vergleich zwischen Online-Shopping und stationären Läden, zwischen großen internationalen Ketten in Einkaufszentren und dem kleinen, persönlichen Geschäft.

Zu diesem Thema habe ich heute einen Studiogast: Markus Renk, den neuen Geschäftsführer der Wagner’schen Buchhandlung in Innsbruck, die er von der deutschen Thalia-Kette zurückgekauft hat. Zeichnet sich hier vielleicht ein neuer Trend ab?

Bevor wir da aber ins Detail gehen, noch ein ein Stück Musik:

Musik:

The Freak Fandango Orchestra – We’ll Save The World;;0:3:53

Teil 1: Überblick

Zu Beginn der Sendung werde ich euch wie immer eine kurze Einführung in die Thematik »Shopping« geben, und wieder einige der berüchtigten ZDFs, Zahlen – Daten – Fakten.

Was hat »Shopping« in einem kulturwissenschaftlichen Magazin zu suchen?

Im Gegensatz zum klassischen »Einkaufen« denke ich schon, dass »Shopping« durchaus eine Kulturtätigkeit ist. Denn wenn meine Mutter in den 1970er Jahren »einkaufen« gegangen war, damit sie dann für uns etwas kochen konnte, oder mit mir zweimal im Jahr Schuhe »einkaufen« gehen musste, dann ging es hierbei ja primär um die Befriedigung der unteren Plattformen auf der Maslow’schen Bedürfnispyramide, also einen gefüllten Magen und warme Füsse.

»Shopping« hingegen hat hier eine ganz andere Kategorie. Ich verorte diesen Bedeutungswandel irgendwann in den 1980er und stärker in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen der »Shopping-Malls«, vulgo Einkaufszentren. Wobei sich diese ja eigentlich nie, außer in der offiziellen Firmenbezeichnung, mit letzterem Wort schmücken, geschweige mit der Abkürzung EKZ, die ja wirklich absolut unsexy ist. Nein, sie haben klingende Namen erhalten wie Shopping City Dortundda, Shopping Center Sonstwo, oder Kunstworte wie Cyta, die ja alle anders aussprechen (Süta, Zitta,….).

In diesen Einkaufstempeln geht es ja mittlerweile nicht mehr darum, den täglichen Bedarf an Fleischkassemmeln und warmen Füßen zu befriedigen, sondern um viel wichtigere Konsümgüter wie Mobiltelefone (die ja hierzulande auch mit einem marketingtechnisch ausgereiften Kunstwort bezeichnet werden) oder DVDs. Mensch muss in den shopping malls auch gar nichts kaufen, sie eignen sich auch gut für einen ganztägigen Familienausflug, bei dem nur Kleider und Schuhe probiert, Computerspiele getestet und Bücher probegelesen werden.

Und dann gibt es da noch das Internet, die Geißel des klassischen Handels. Mensch bestellt die Dinge einfach »online«, und die Post bringt dann allen was. Passt der Fetzen nicht, schicke ich ihn einfach zurück. Ist auch wesentlich kundenfreundlicher so, denn so sieht keine Verkäuferin, dass ich eigentlich eher Größe 56 als 54 brauche, obwohl ich seit 30 Jahren keinen Zentimeter mehr gewachsen bin. Also vertikal.

Doch mal abgesehen von der Peinlichkeits-Ersparnis gibt es noch durchaus andere, triftige Gründe, warum die Menschen »online« bestellen, und so komme ich nun zu dem Teil, den ich mir aus aktuellen Studien aus dem Jahr 2014 herausgekitzelt habe. Bei der rasanten Entwicklung des Internet nämlich sind Studien aus 2010 mehr oder weniger unbrauchbar. Die Quellenangaben findet ihr auf hinterfragt.at.

Je nach Produktgruppe bestellen die befragten Menschen zwischen 18 und 69 mittlerweile zwei Drittel ihrer Bücher lieber online, 60 % der Unterhaltungsmedien, Elektronik, Computer, Kommunikationsgeräte etc. Etwas lieber im Geschäft werden hingegen Bekleidung und Schuhe sowie Spielwaren gekauft, hier scheint also doch das persönliche An- bzw. Ausprobieren im Vordergrund zu sein, und ganz klar bevorzugt im klassischen Einzelhandel erstanden werden Möbel, Medikamente, Schmuck und bei den Lebensmitteln liegt der Online-Anteil überhaupt nur bei 5%.

Nun ist es ja so, dass viele Unternehmen zusätzlich zum stationären Laden auch einen Online-Shop betreiben (müssen). Jene, die das nicht tun, geben Gründe an wie »der persönliche Kundenkontakt ist wichtig«, »mein Unternehmen ist zu klein« oder »der Online Shop wird eh gerade erstellt«.

Warum kaufen aber die Kundinnen lieber im Internet?

Hier reichen die Antworten von niedrigeren Preisen, bequemer Nachhauselieferung, größerem Angebot, besseren Vergleichsmöglichkeiten bis zu den Bewertungen anderer Kundinnen.

Dagegen spricht die Angst vor Datenklau und -missbrauch sowie Betrug, der fehlende persönliche Kontakt, komplizierte Abwicklung sowie auch mangelnde Erfahrung und die Angst, dadurch Fehler zu machen.

Nun, ich persönlich kaufe gerne online ein, vor allem deshalb, weil ich vieles, was ich so kaufe, in Innsbruck gar nicht bekäme. Vermutlich bin ich daher auch einer jener Kunden, die mit besonderen Events angelockt werden müssen, einem einladenden Ambiente, einem Glaserl Prosecco.

Womit ich dann auch schon bei meinem heutigen Studiogast bin, der sich mit diesen Dingen sehr gut auskennt. Doch ich spanne euch noch ein wenig auf die Folter und spiele nocjh schnell ein wenig Musik:

Musik:

Jazzia – minor blues 4:34

Teil 2: Einblick

Ich darf nun hier im Studio meinen heutigen Studiogast Markus Renk begrüßen, den Geschäftsführer der »alten aber neuen« Wagner’schen Buchhandlung in Innsbruck.

(Begrüßung)

(Fragen)

Musik:

Jazzymuté Les bâtons dansants 03:46

Zwischenmoderation

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:

Hier ist „hinterfragt„, das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD, dem freien Radio in Tirol! Mein Name ist Ewald Strohmar-Mauler.

Das heutige Thema ist Crazy @ Shopping und es geht um verschiedene Facetten des Einkaufens.

Nach Blick auf verschiedene Zahlen zum Thema „Shopping“ haben wir von unserem heutigen Studiogast Markus Renk einiges über die »alte aber neue« Wagnerische Buchhandlung in Innsbruck erfahren.

Und mit ihm geht es auch weiter

Teil 3: Seitenblick

(Fragen)

Musik:

Danny Rose & the Harridan Robbers – Cuckoo Rodríguez 0:4:19

Teil 4: Ausblick

Ich wollte ursprünglich ja noch einige andere Blüten der Shopping-Kultur beleuchten wie zB die Innsbruck@Night, diese Veranstaltung (mit Fragezeichen), die irgendwo im Graubereich zwischen kulturellem Event und Shopping-Erlebnis angesiedelt sein will. Doch leider habe ich vom Innsbrucker Stadtmarketing auf meine Anfrage nach Besucherinnenzahlen oder sonstigen Daten, über die ich hätte reden können, keine Antwort erhalten.

Nach dem Poetry Slam in der Wagnerischen war ich ja noch ein wenig auf der Maria Theresien Straße, um vielleicht noch einige Menschen zu ihrer Meinung zu dieser Shopping-Night zu befragen. Interessanter Weise war fast niemand schwer bepackt mit Einkaufssackerln, und die von mir Befragten kamen dann eigentlich auch mehr zum Schauen denn zum Kaufen. Und hatten zumeist auch schon einige Prosecco intus. Das wäre ja eine Zahl, die mich besonders interessieren würde, wie viele Flaschen Prosecco in dieser Nacht vernichtet wurden, also quasi der Prosecco-Faktor.

Doch genug davon.

 

Musik:

Spiky – The Thingumabob (Part I);0:3:15

Abmoderation

So, aber nun genug hinterfragt für heute. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören und hoffe, die Sendung hat euch wieder gefallen.

Und wie immer noch der Hinweis auf die Internet-Seiten zur Sendung:

Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr gerne an mich per eMail senden: radio@hinterfragt.at.

Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort findet ihr auch alle Links, oder könnt Kommentare zur Sendung abgeben. Ich spiele sowohl das Skript als auch den Mitschnitt so rasch wie möglich, meist noch am Tag nach der Sendung, auf die Website, und den Mitschnitt auch auf das Cultural Broadcast Archive, cba.fro.at.

Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

Das war Ewald Strohmar-Mauler mit der Sendung hinterfragt. Das kulturwissenschaftliche Magazin.

immer am zweiten Dienstag im Monat um 20 Uhr auf FREIRAD, dem Freien Radio Innsbruck, und die Wiederholung am 4. Donnerstag um 9 Uhr Vormittag.

Und nun verabschiede ich mich und wünsche euch noch eine gute Zeit.

Abspannmusik

Special Quartet;Looking for the line;0:6:34

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