Sendung vom 11. August 2015: Geek

Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD, dem freien Radio Innsbruck! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit einer neuen Ausgabe von „hinterfragt.“, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

Die heutige Sendung trägt den Titel:

Geek

Kurz und bündig, vielen bekannt, manchen unbekannt: ich werde im ersten Teil der Sendung wie üblich erklären, worum es bei diesem Ableger der Populärkultur eigentlich geht.

Danach gehe ich der Frage nach, wer alles »geek« ist, und im zweiten Teil der Sendung stelle ich verschiedene Ableger der Geek-Culture vor und beende mit der Frage, was Geek-Eltern ihren Kindern so alles beibringen.

Die Musik heute ist zum Ausgleich weniger geekish, wie in der vorigen Sendung angekündigt, spiele ich wieder aus der Sommerkollektion 2011 der Jazz Friends.

Und los geht es mit

Musik:

Liquid Frame: Empathy 4:09

Teil 1: Überblick

Wer oder was ist also Geek?

Die deutsche Wikipedia meint hierzu: »Geek [giːk] (engl. umgangssprachlich für Streber, Stubengelehrter) bezeichnet heute allgemein eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet, die üblicherweise elektronischer (vgl. Computerfreak) oder phantastischer Natur sind. [Und später weiter:] Im 20. Jahrhundert wurde diese Benennung häufig für Personen angewandt, die sich stark mit Mathematik, Technik oder Computern, häufig in neuen Medien beschäftigen. Diese Definition von Geek kommt der klassischen Definition von Hacker (oder Nerd) nahe. Die interaktive soziale Verhaltensweise von Geeks auf ihrem jeweiligen Fachgebiet sowie die Kommunikation von Geeks untereinander ist für Nicht-Geeks meist unverständlich.«1

Die Wikipedia wird übrigens im Buch »Geek, Pray, Love2« von Andrea Bottlinger und Christian Humberg, auf welches ich etwas später noch kommen werde, als der »wohl unumstrittene Brockhaus der Geek-Kultur« bezeichnet.

Etymologisch kommt Geek jedoch vom mittelniederdeutschen Wort »Geck«, das einen Narren, Spaßmacher oder später eine Person bezeichnete, welche als Nebenattraktion (sideshow) mit absonderlichem Aussehen oder eher abartigen Darbietungen im Zirkus auftrat. Diese Konnotation von Absonderlichkeit hat sich der Begriff bewahrt, nur wird er eben heute verwendet für Menschen, die in anderer Weise »nicht von dieser Welt« sind, weil sie eben lieber freiwillig »nicht ganz normal« sind – früher hätte mensch gesagt, ›exzentrisch‹ – und sich nicht (oder nicht völlig) im Mainstream einordnen wollen. Die US-amerikanische Mystery-Autorin Julie Smith beschreibt in einem ihrer Romane3 einen Geek als »a bright young man turned inward, poorly socialized, who felt so little kinship with his own planet that he routinely traveled to the ones invented by his favorite authors, who thought of that secret, dreamy place his computer took him to as cyberspace—somewhere exciting, a place more real than his own life, a land he could conquer, not a drab teenager’s room in his parents’ house«. Soweit also die Worte einer Schriftstellerin dazu.

Ich möchte jetzt kurz auf eine anderes Buch eingehen, nämlich auf das vorhin erwähnte von Bottlinger/Humbert. Wie der Titel: »Geek Pray Love« schon verrät, ist es eine Parodie auf diverse Selbsthilfe-Ratgeberinnen, und ich möchte ein Stück aus dem Vorwort vorlesen.

Es geht um Folgendes: Die beiden Autorinnen waren auch auf der Fedcon, allerdings 2013, denn das Buch haben wir dann 2014 auf der oben erwähnten Fedcon erstanden, wo die Autorinnen auch ein Panel / Lesung veranstaltet hatten. Sie erzählen aber im Vorwort von 2013, als sich nach der Veranstaltung überall im Umkreis des Hotels und Flughafes Düsseldorf die kostümierten Klingonen, Jedis und Orks tummelten, so auch beim McBurger und bei der Flughafenbäckerei. Zitat:

»Die Eierköpfe – so hieß das doch in den ganzen schlecht synchronisierten Coming-of-Age-Filmen der Achtziger. Eierköpfe. Damit waren wir gemeint.“ „Und so sieht uns der Flughafenbäcker vielleicht immer noch“, murmeln wir – und schütteln sofort den Kopf. „Nein, Thomas. Der denkt garantiert nicht .Streber‘, wenn er einen Klingonen vor sich hat, der nach Kaffee verlangt. Der denkt WTF.“ „E-ben!“ Thomas springt auf, reißt die Arme in die Höhe. „WTF. Da haben wir es schon wieder. Internetsprache. Nerdsprache. Versteht ihr nicht? Jeder versteht das. Denn es ist längst vollkommen normal. Wir sind vollkommen normal.“ „Das waren wir schon immer“, betonen wir mit einigem Nachdruck (und einem bösen Seitenblick). „Klar waren wir das, aber das sah die Welt leider anders – wie ihr eben selbst zugegeben habt.“ „Und jetzt sieht sie es nicht mehr anders?“ Er nickt wieder. „Korrekt. Sie hat es nur noch nicht gemerkt, zumindest nicht bewusst. Unsere Geek-Kultur hat sich heimlich, still und leise in die allgemeine Kultur hineingeschlichen, und jetzt geht sie nicht mehr weg.“«

Und damit sind wir am Ende des ersten Teils, und ich spiele euch wieder ein Stückchen Musik…

Musik:

Tracing Arcs: Pebbles & Weed 6:27

Teil 2: Einblick

Jetzt haben wir eine vage Vorstellung, WAS Geeks sind, wenn auch noch die Abgrenzung zum »Nerd« noch irgendwie im Raum steht, jetzt möchte ich mal fragen: WER alles Geek ist, und warum. Stimmt es, dass es, wie Julie Smith andeutet, vornehmlich junge Männer mit mangelnden Sozialkontakten sind?

Vielleicht könnt ihr euch erinnern, im Juni 2014 war ich zu Besuch auf Europas größter Science Fiction Convention, der Fedcon.

[oton3prev10: 1:30]

So eine Convention ist also ein Tummelplatz für Geeks und alle, die sie erforschen wollen. Meine Frau, die Populärkulturforscherin, und ich, eurer werter Hinterfrager, gehen mit unseren Kindern immer mal wieder gern auf solche Veranstaltungen, so geht es zB Ende dieses Monats nach Bournemouth auf die Comic- & Film-Con, welche uns verspricht (Zitat): » to bring you some of your favourite stars from TV, Film and Comics as well as a whole host of fun activities including photo shoots, panels, autograph sessions and hundreds of stalls full of TV and Film memorabilia to browse.« Ich habe mir schon ein Ticket für eine Phtoto Session mit Sylvester McCoy organisiert, wo ich mit dem siebten Darsteller des Doctors vor der Konsole der Tardis posieren werde. Wem das alles nichts sagt, möge bitte meine Sendung vom September 2014 über »Das Phänomen Doctor Who« nachhören.

Ich habe deshalb innerhalb von einer Minute auf zwei meiner Sendungen verwiesen, weil dies zeigt, dass mir selbst das Geektum als Ausprägung der Fankulturen von Filmen, Fernsehserien und Comics vor allem aus dem Bereich Science Fiction und Fantasy nicht so ganz fremd ist. Auch Rollenspiele gehören hierzu, die hab ich allerdings mangels Mitspielern schon Ende der 1990er aufgegeben. Doch sollte mensch vielleicht nicht alle Menschen, die intensiv einem Hobby nachgehen, als »Geek« bezeichnen. Ich denke da etwa an Sammler von Dingen, die mensch schon vor Star Trek sammeln konnte, etwa Briefmarken. Nicht, dass es keine Star Trek Marken gäbe, aber ihr wisst schon. Oder Hummel Figuren. Meines Wissens gibt es keine geekigen Hummel-Figuren. Es ist also meiner Ansicht nicht alles Geek, was sammelt. Und auch Fans von FC sonstwo und Helene Sonstwie sind keine Geeks.

Nerds4? Was sagt ein ProfiNerd dazu? Ich habe hier einen Ausschnitt aus einem Mitschnitt eines Convention-Panels mit Will Wheaton, den manche vielleicht nicht nur als Wesley Crusher bei Star Trek TNG, sondern auch als Immer-wieder-mal-Gaststar bei der US-Sitcom ›The Big Bang Theory‹ kennen, die das Geek. und Nerdsein darstellt. Hier also Will Wheaton:

[oton Will Wheaton 1:30]

Den Hinweis auf diesen Beitrag habe ich übrigens aus dem schon mehrfach erwähnten Buch ›Geek, Pray, Love‹, und dort gibt es auch einen lustigen, aber nicht besonders guten ›Persönlichkeits-Test‹, um herauszufinden, welche Sorte Geek die Leserin wohl sein mag. Also in etwa analog zu diesen elenden, immer wieder auf Facebook auftauchenden »XY hat gerade den Test: welche Topfpflanze bist du?« gemacht. Ich würde euch ja gerne alle 6 Fragen mit den möglichen Antworten vorlesen, aber die Sendung ist schon halb zu Ende. Jedenfalls, ich bin der Typ ›Besserwisser‹. Wen wundert’s…

Musik:

Fortadelis: Sunbeams 3:49

Zwischenmoderation

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:

Hier ist „hinterfragt„, das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD, dem freien Radio Innsbruck! Mein Name ist Ewald Strohmar-Mauler.

Das heutige Thema ist:

Geek.

Und ich präsentiere euch heute meine Gedanken zur Geek-Culture, einem blühenden Seitenzweig der Populärkultur.

Bisher waren die Themen Was ist Geek, und Wer ist Geek? Dran, nun geht es nach ein wenig Musik weiter mit der Frage nach verschiedenen Zweigen der Geek-Kultur sowie zum Abschluss Geek Parenting, also was Geek-Eltern mit ihren Kindern geekiges machen können.

Musik:

Roberto Daglio: Homerdose 4:57

Teil 3: Seitenblick

Widersprüchlichkeiten, wohin ich schaue!

Zuerst die Begriffsverwirrung zwischen Geek und Nerd. Dann die Überlegung, ob jetzt, wie Will Wheaton meinte, alle, die etwas ganz narrisch mögen, Geeks sind, oder nur jene, die irgendwas Phantastisches ganz narrisch mögen. Also science geeks, maths geeks, computer geeks und stamp collecting geeks?

Muss Gemeinschaft und/oder Kreativität dabei sein, wie etwa in der Definition von Nick Mizer5 auf thegeekanthropologist.com: »Individuals who bond with one another over a shared exuberance for creative consumption of their cultural interests.«? Aber auch er meint, dass nur die gemeinsame Begeisterung es wohl nicht ausmacht: auch Fussballfans sind gemeinsam begeistert. Und wenn man sich die ab und zu anzutreffenden Frauen ansieht, die während einer Busfahrt zur Arbeit stricken, würde diese wohl auch kaum jemand als Strick-Geek bezeichnen.

Nick Mizer schließt seinen Beitrag mit den Worten: »maybe we could define geek culture as a tradition of creating, experiencing, and taking an “as-if” stance towards secondary worlds. Maybe geeks are people who enjoy taking disparate details and making them cohere into worlds, which is pretty much all humans do on a day-to-day basis anyway, but geeks make a game of it.«

Ich denke, dass genau dieses spielerische Element, gemeinsam mit dem Gemeinschaftlichen und Kreativen, und vielleicht auch noch das Universelle, Globale, tatsächlich das Geektum als kulturelles Phänomen ausmacht.

Doch nun wirklich genug mit der Suche nach dem, was das Geeksein ausmacht, ich möchte auch noch ein wenig die Subkulturen dieser Subkultur untersuchen. Und hierzu gleich wieder aus »Geek Pray Love« zitieren:

»… würde man die Masse der Geeks in einem Diagramm darstellen, hätte man einen Haufen größerer und kleinerer, sich immer wieder überschneidender Kreise. Der größte, der alle anderen umschließt, ist der Kreis „Fans des phantastischen Genres“. Darin trennt man sich unter anderem nach Medium (Buch, Film, Comic, Computerspiel, Anime und Manga), nach Subgenre (Fantasy, Science-Fiction, Horror) oder gar nach Fandom (STAR WARS oder STARTREK gelten z. B. bei Einigen als die Highlander der Science-Fiction – es kann nur einen geben).

Zu alldem kommen dann noch die Spezialisten. Der durchschnittliche Geek kann einen Fanfiction-Schreiber durchaus mit demselben Unverständnis ansehen wie der durchschnittliche „normale“ Mensch einen Geek. Und ein Leser von Superheldencomics wird verwirrt und/oder entrüstet schauen, wenn man ihn bittet, zu erklären, wer oder was Naruto eigentlich ist.« (Zitat Ende)

Im Anschluss kommt eine wiederum sehr kurze Liste mit Szenen, die mensch nicht verwechseln sollte, also LARP vs. Cosplay, LARP vs Reenactors, Comic-Leser vs Manga-Leser.

Aber wie gesagt, die Liste ist nur eine oberflächliche Andeutung von Differenzierungen (Randbemerkung: die Beiden haben nur drei Monate an den Buch geschrieben). Alleine auf dem Science Fiction Sektor gibt es außer Star Trek und Star Wars noch viele weitere Fantümer, die einander teilweise nicht leiden können oder zumindest ignorieren. Was ist denn mit Stargate, Battlestar Galactica, Babylon 5? Und Firefly (schluchz). Und bei Fantasy mag vielleicht seit jeher die Herr-der-Ringe-Welt dominieren, doch auch hier gibt es – vor allem, seit wieder massenhaft Vampire in Romanen zu finden sind – einige nennenswerte andere Fantümer. Und dann solche Zwischenwelten wie Steampunk als Mischung von Science Fiction und viktorianischen Abenteuerromanen. Hier gibt es durchaus einige interessante Aspekte des Geektums zu entdecken, doch hierzu habe ich ja auch im Februar 2014 eine eigene Sendung gemacht.

Ein interessanter Zweig des Geektums ist sicherlich Geek Feminism. Denn allgemein wird ja mit dem Begriff Geek ein bestimmtes Bild verbunden, nämlich jenes eines entweder schmächtigen oder fettleibigen, jedenfalls bleichen jungen Mannes mit fettigem, mittellangen Haar, dicker Brille und einem T-Shirt mit irgendeinem schlauen Spruch, der nur für Geeks verständlich ist. Und irgendwie schwebt ja auch der Gedanke im Raum, dass die Typen ja nur ihre fehlende Maskulinität in einem Parallel-Universum ausleben wollen: im Rollenspiel, wo sie sich ihre Muskeln einfach dazudenken und als Held durch Monsterblut waten können.

Und doch gibt es sie, die weiblichen Geeks. Ja, huch. Entsprechend setzen sich auch die Feministinnen in diesem Bereich für genau die selben Dinge ein wie sonst auch überall: gegen Sexismus, Belästigung jeder Art, etc. Und wenn mensch sich die Phantasien der männlichen Fans von Superhelden-Comics, wo dann auch gelegentlich Superheldinnen auftreten, welche kaum mehr als einen Slip und einen Umhang tragen, sind diese Bemühungen wohl kaum unbegründet.

Und es scheint häufig so zu sein, dass eine Frau, welche auf eine Con als Sprecherin eingeladen wird, dann darüber reden soll, dass sie eine Frau im Geek-Universum ist, anstatt über ein anderes Thema. Im Fachjargon nennt man sie unicorns, Einhörner, denn sie sind ja offenbar eine so seltene Rasse, also quasi die erste Geek-Frau überhaupt, und so.

Doch grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass gerade im Science Fiction Bereich die Gleichberechtigung schon alleine dadurch leichter erreichbar ist, dass in den Filmvorgaben, mensch denke da etwa an Star Trek, angedacht ist, dass es im 23. Jahrhundert oder so durchaus kein Problem ist, dass Frauen das Kommando führen, und zwar offenbar nicht nur der Quote wegen. Auf dem Geekfeminism-Wiki findet ihr eine »Liste starker Frauenfiguren6«, wo etwa Buffy, Zoe aus Firefly, Olivia Dunham aus Fringe oder Starbuck aus Battlestar Galactica aufgeführt sind. Und Xena, was ich persönlich für zweifelhaft halte. Irgendwie ist die in ihrem Verhalten, zumindest in den ersten Staffeln, so unweiblich, dass ich den Eindruck habe, die Rolle wäre ursprünglich männlich konzipiert worden und musste dann umgeschrieben werden, weil der Produzent meinte: Maa, schon wieder so ein Conan-Schmarrn! Gabrielle, die würde ich da eher als starke Frau sehen. Zumindest im späteren Verlauf der Serie. Ach, was soll’s, genug davon.

Nicht ganz: es gibt durch die allgemeine Akzeptanz der Geek-Kultur, bzw sogar deren Übernahme in die allgemeine Jugendkultur, mittlerweile auch das Phänomen der Fake Geek Girls, die sich nur so anziehen, als wären sie Geek, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Jetzt aber wirklich genug, und wieder Musik:

Musik:

Liquid Frame: Lovesong 4:00

Teil 4: Ausblick

Zum Abschluss noch einige Gedanken zum Thema Geek Parenting, also der Erziehung von Geek-Eltern. Na ja, eigentlich der Erziehung von Kindern durch ihre Geek-Eltern, aber manchmal kommt auch das umgekehrte Phänomen zum Tragen. Beides ist in Ordnung, und das Motto einer Geek-Parenting-Seite7 lautet entsprechend: »You’re doing it right!«

Eine Autorin von The Geek Anthropologist beschreibt ihre Kindheit und Jugend so:8

»My mother was (and is) a fan of all things science fiction and fantasy. She named me Rayna after an android from the Star Trek TOS episode “Requiem for Methuselah.” My first introduction to gaming was when I was six, when she brought me to her D&D group, and when I finally got an Atari. Needless to say, the influence of geekdom on my life began early on. […] Once I became a teenager, death narratives took more of my attention and I wanted to explore them further. I started researching death rituals of Ancient Egypt and then eventually explored them in different cultures. I found the ideas of how and why humans perform such death rites fascinating. My geekiness continued as I began to play table-top games such as World of Darkness’ Vampire: The Masquerade, Wraith and Changeling.[…] I have maintained a strong interest with studying space exploration and the alien “other.” […] For me, these stories showcase different possibile scenarios that we can observe. As an audience, we watch the narratives being played out through the creative vision of the writers, producers and directors. When doing anthropological research, I find that the television medium offers plenty of information to work with.«

Für viele Kinder ist ja das Fernsehen eine wichtige Quelle zum Erlernen von sozialen Interaktionen. Da spielt es natürlich eine große Rolle, was genau sie sich da ansehen. Wenn daheim ununterbrochen irgendwelche Reality Soaps laufen und die Kinder das ständig sehen, werden sie anders ›gebildet‹ als jene, bei denen die Eltern abends Science Fiction Serien von der DVD ansehen, vielleicht sogar im Original-Englisch.

Doch auch Bücher können wirken. Emma Louise Backe9 hierzu:

»Harry Potter is one of the most popular book series of all time and for good reason. Not only does it tell an enthralling story, it also lays out seemingly countless examples of healthy relationships and interpersonal skills. The three best friends of Harry, Ron, and Hermione have several disagreements and conflicts amongst themselves, which obviously happens in real life, but what is important is that the reader also gets great insight into conflict resolution, communication, and respect for each other that are all crucial life skills. The demonstration of both healthy and unhealthy relationships provides great discussion points that can be used in session.«

»My all-time favorite quote is from The Lord of the Rings and it is Samwise Gamgee’s speech at the end of The Two Towers (2002). In the scene, the two little hobbits that are hundreds of miles outside their comfort zones begin to doubt whether or not they can go on. Frodo, the main character of the story, is on the verge of admitting defeat and surrendering to the evil that is trying to dominate the world. But Sam simply won’t let that happen. He points out that it’s like the great stories that were full of darkness and danger. He remembers feeling like those stories seemed hopeless because of just how much bad had happened and fearing that the world simply could never go back to the way it was. But he then points out that even darkness must pass and a new day will come. […] Sam makes a defining statement not only for The Lord of the Rings story, but for anyone who has gone though trauma. That message is to keep going, because there is some good in this world, and it worth the effort to find it, embrace it, and fight for it.«

Eine ganz andere, nicht weniger wichtige, Botschaft ist es natürlich auch, wenn Kinder merken, dass ihre eigenartigen Vorlieben wie Verkleiden (Tochter) oder Techno-Basteleien (Sohn) von den Eltern nicht nur toleriert oder akzeptiert werden, sondern sogar gefördert. Sollte ja kein Problem sein, wenn die Eltern selbst den ganzen Tag am Computer hängen und in der Freizeit Kostüme basteln und Science Fiction schauen. Und im Urlaub auf Conventions fahren. Wir zum Beispiel haben für unsere Urlaubs-Convention, die ich eingangs erwähnte, auch schon seit einiger Zeit die Doctor-Who-Verkleidung fertig: Ich gebe den siebten Doktor, meine Frau den elften, Sohnemann den zehnten und liebreizend Töchterlein den sechsten. Weil der am buntesten ist.

Da ich kein Gerät zum Strecken der Sendezeit habe, komme ich nun zu einigen abschließenden Gedanken, und zwar von John Scalzi10

»Who gets to be a geek?

Anyone who wants to be, any way they want to be one.

Geekdom is a nation with open borders. There are many affiliations and many doors into it. There are lit geeks, media geeks, comics geeks, anime and manga geeks. There are LARPers, cosplayers, furries, filkers, crafters, gamers and tabletoppers. There are goths and horror geeks and steampunkers and academics. There are nerd rockers and writers and artists and actors and fans. Some people love only one thing. Some people flit between fandoms. Some people are positively poly in their geek enthusiasms. Some people have been in geekdom since before they knew they were geeks. Some people are n00bs, trying out an aspect of geekdom to see if it fits. If it does, great. If it doesn’t then at least they tried it.

Many people believe geekdom is defined by a love of a thing, but I think — and my experience of geekdom bears on this thinking — that the true sign of a geek is a delight in sharing a thing.«

Musik:

Starlaband: Mothia 3:40

Abmoderation

So, aber nun genug hinterfragt für heute. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören und hoffe, die Sendung hat euch wieder gefallen.

Und wie immer noch der Hinweis auf die Internet-Seiten zur Sendung:

Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr gerne an mich per eMail senden: radio@hinterfragt.at.

Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort findet ihr auch alle Links, oder könnt Kommentare zur Sendung abgeben. Ich spiele sowohl das Skript als auch den Mitschnitt so rasch wie möglich, meist noch am Tag nach der Sendung, auf die Website, und den Mitschnitt auch auf cas Cultural Broadcast Archive, cba.fro.at.

Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

Das war Ewald Strohmar-Mauler mit der Sendung hinterfragt. Das kulturwissenschaftliche Magazin.

… immer am zweiten Dienstag im Monat um 20 Uhr auf FREIRAD, dem Freien Radio Innsbruck, und die Wiederholung am 4. Donnerstag um 9 Uhr Vormittag.

Und nun verabschiede ich mich und wünsche euch noch eine gute Zeit.

Abspannmusik

Pasqualino Ubaldini: Algarve: 00:06:38

Sendung anhören

1 http://de.wikipedia.org/wiki/Geek

2 Humberg, Christian, and Andrea Bottlinger. Geek, Pray, Love: Ein Praktischer Leitfaden Für Das Leben, Das Fandom Und Den Ganzen Rest. Amigo Grafik GbR, 2014. Print.

3 Smith, Julie. New Orleans Beat: A Skip Langdon Novel. New York: Fawcett Columbine, 1994. Print.

4 https://www.youtube.com/watch?v=H_BtmV4JRSc

5 http://thegeekanthropologist.com/2014/10/28/freaks-and-geeks-geek-culture-as-cosmogenesis-and-cosmophagy/

6 http://geekfeminism.wikia.com/wiki/Strong_female_characters

7 http://geekparenting.co.uk/

8 http://thegeekanthropologist.com/2014/06/14/bones-betazoids-and-battleaxes-life-and-times-of-an-anthrogeek/

9 http://thegeekanthropologist.com/2015/07/17/the-many-roles-of-popular-culture-in-therapy/

10 http://whatever.scalzi.com/2012/07/26/who-gets-to-be-a-geek-anyone-who-wants-to-be/