Sendung vom 10. September 2013: Museum der Völker

Sendung vom 10. September 2013

Titel: Museum der Völker

Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD 105.9, dem freien Radio in Innsbruck! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit der September-Ausgabe von „hinterfragt.„, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

Heute mit Beiträgen zum Museum der Völker, und sich daraus ergebend zur tiroler Kulturpolitik und ganz allgemein zur Kultur, und was man daraus machen könnte. Dazu habe ich ein Interview in vier Teilen vorbereitet, das ich vor kurzem mit einer lieben Freundin gemacht habe, die sich da auskennt.

 

Dazu aber gleich mehr, nach dem folgenden Musikstück, das ich quasi als Nachgeschmack auf den diesjährigen, doch unerwartet schönen Sommer aus dem Jamendo Summer Mix 2013 ausgewählt habe.

Musik 1:

Sendung vom 10. September 2013
Titel: Museum der Völker
Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD 105.9, dem freien Radio in Innsbruck! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit der September-Ausgabe von „hinterfragt.“, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

Heute mit Beiträgen zum Museum der Völker, und sich daraus ergebend zur tiroler Kulturpolitik und ganz allgemein zur Kultur, und was man daraus machen könnte. Dazu habe ich ein Interview in vier Teilen vorbereitet, das ich vor kurzem mit einer lieben Freundin gemacht habe, die sich da auskennt.

Dazu aber gleich mehr, nach dem folgenden Musikstück, das ich quasi als Nachgeschmack auf den diesjährigen, doch unerwartet schönen Sommer aus dem Jamendo Summer Mix 2013 ausgewählt habe.

Musik 1:

Interpretin: Akashic Records:, Track: Caribbean Island Summer, Länge 03:20

Beitrag 1: Museum der Völker, Teil 1

Die nun folgenden Aufnahmen stammen von einem Interview, das ich mit Viktoria Gruber geführt habe, sie ist nicht nur Archäologin und Kultur- und Eventmanagerin, sondern auch grüne Gemeinderätin in Schwaz, u.a. im Kulturausschuss…. sie wird das aber gleich selbst erzählen.
Anlass des Interviews war ursprünglich die Neueröffnung des Museums der Völker in Schwaz, im Mai 2013. Vorher war es vermutlich den meisten von euch als Haus der Völker bekannt. Leider haben wir es aus diversen Gründen nicht früher geschafft, uns zu diesem Interview zusammen zu setzen – wenig Zeit ist nur einer der Nachteile des ehrenamtlichen Journalisten.
Aber wir haben letztlich doch noch einen Termin zusammen gebracht und sitzen hier (also wir saßen, aber ich erlaube mir jetzt einfach den literarischen Kunstgriff des Präsens, um euch nicht zu verwirren, einige von euch hören mich ja auch im Auto und könnten dann vielleicht meinen, sich in einer temporalen Anomalie zu befinden und vor lauter Schreck eine Ampel übersehen)…
… wir sitzen also im Museum der Völker, genauer gesagt im Café desselben, das Aufnahmegerät zwischen den Espressotassen. Ich erwähne das nur zur leichteren Verortung der Nebengeräusche, auch wenn wir das Glück hatten, dass außer uns nicht viele Leute anwesend waren.

Mein Interesse war zunächst natürlich ganz allgemein auf das Museum der Völker und seine Bedeutung für Schwaz gerichtet.

Doch zunächst wird Vicky sich und ihre Tätigkeit mal selbst vorstellen…

[Interview Teil 1]

Musik 2:

Interpretin: Epic Soul Factory, Track: Creo in ti, Länge 4:06

Beitrag 2: Museum der Völker, Teil 2

Nun gibt es natürlich nicht nur das Museum der Völker in Schwaz, sondern auch noch viele andere bekannte kulturelle Einrichtungen.

[Interview Teil 2]

Musik 3:

Interpretin: SG Project, Track: Kingdom, Länge 3:40

 

Beitrag 3: Museum der Völker, Teil 3

Da Vicky Gruber grüne Gemeinderätin ist und die Grünen ja jetzt auch im Landtag und der Landesregierung vertreten sind, ist meine nächste Frage, ob sie der Meinung ist, dass sich dadurch etwas ganz konkret für die Kulturpolitik ändern wird.
Dann habe ich Vicky noch mit einem meiner alten Lieblingsthemen konfrontiert. Ich bin nämlich der Meinung, dass Information über kulturelle Veranstaltungen nicht eine Holschuld der an Kultur interessierten Menschen sein dürfte.
Meine persönliche Erfahrung zeigt nämlich, dass ich meistens erst am Tag nach einer Veranstaltung, die mich interessiert hätte, aus der Zeitung erfahre, dass diese Veranstaltung ein so toller Erfolg gewesen wäre und wer da nicht alles dort war, und überhaupt. Selbst Newsletters, die ich in rauen Mengen abonniert habe, helfen da oft nicht wirklich. Ich habe es z.b. nicht geschafft, trotz Bezug des Newsletters des Kunsthistorischen Museums den Termin des Ambraser Schlossfestes mitzukriegen, das eh jedes Jahr am 15. August Statt findet. Es stand ganz unten im Newsletter „Juni – August“, vermutlich habe ich nicht weit genug runter gescrollt. Jetzt habe ich mir das halt in den Google Kalender geschrieben.
Aber: es bleibt bei meiner Holschuld. Ich muss mir aktiv Newsletters abonnieren. Dazu muss ich zunächst wissen, welche Newsletters es gibt. Dazu muss ich aktiv recherchieren. Gut, für mich als Menschen mit akademischer Bildung und journalistischem Wissen ist das jetzt nicht so schwer, aber andere Personen haben es da vermutlich schon nicht mehr so einfach.
Mir fällt da die Insel Sylt ein, wo ich diesen Sommer mit den Kindern auf Urlaub war. Da gab es bereits bei unserer Ankunft in der Ferienwohnung ein ziemlich dickes Heft auf dem Tisch, von unserer netten Vermieterin dort deponiert, in welchem alle Termine für die nächsten beiden Wochen zu finden waren. Alle … Termine. Da kümmert sich nämlich eine Tourismusverwaltung darum, die diesen Namen auch verdient. Die nicht nur stur in eine Ecke starrt (die sich bei uns in Tirol alpiner Wintersport nennt) und vergangenen Jahren hinterher weint. Wir hätten in diesem Heftchen so viele Veranstaltungen gefunden, nämlich auch solche für Kinder, dass wir gut drei Wochen damit ohne Langeweile verbringen hätten können.
Doch wieder zurück ins Café des Museums der Völker in Schwaz. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich auch in Tirol noch etwas ändern kann. Vicky:

[Interview Teil 3]

Womit wir von unserem Ausflug in die Kulturpolitik auch wieder ins Museum der Völker zurück gekehrt wären.

 

Zwischenmoderation:

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:
Hier ist „hinterfragt“, das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD 105.9, dem freien Radio in Innsbruck! Mein Name ist Ewald Strohmar-Mauler.
Heute spreche ich mit Viktoria Gruber aus Schwaz über das Museum der Völker und Kulturpolitik.

Musik 4:

Interpretin: Zero-project, Track: Thanks to the gods, Länge 03:47

 

Beitrag 4: Museum der Völker, Teil 4

Im letzten Teil des Interviews geht’s dann auch um ganz praktische Dinge.
Vicky und ich haben uns ja kennen gelernt, als wir gemeinsam in einer Arbeitsgruppe saßen, die sich mit der Erarbeitung des kulturellen Teiles des „Grünen Programms für Tirol“ beschäftigte. Mit fast schon peinlicher Gebetsmühlenhaftigkeit habe ich dort das Schlagwort „Nachhaltigkeit“ wiedergekäut. Ich wünsche mir Nachhaltigkeit in kulturellen Einrichtungen. Ich will, dass Kinder nicht nur von der Lehrperson ins Museum oder Theater geschliffen werden und Kultur als etwas gar Erschröckliches empfinden.
Beispiel: ich als Mitglied im Freundeskreis des Volkskunstmuseums habe bei meinem letzten Besuch ein Kärtchen mitgenommen „Kindergeburtstag im Museum“, weil unser Junior in den nächsten Tagen Geburtstag hat und das könnte ja interessant sein (den Bastelraum für diesen Anlass haben wir auch entdeckt, sinnigerweise im Bereich des tiroler Handwerks zu finden). Es war zwar nicht ganz einfach, nähere Informationen zu erhalten, welche Themen hier konkret zur Auswahl stehen, denn der Teasertext auf dem Kärtchen war ja nicht so ganz klar, aber man findet es nach genauerem Suchen im Internet oder einem Telefongespräch heraus (wenn die zuständige Dame auch da ist).
Jedenfalls, ich habe also für Sohnemann so einen Geburtstag im Museum organisiert, und als er den ersten seiner Freunde fragte, ob er eh kommen wird, kam dann von diesem die Antwort: „Im Museum? Das is ja fad!“
Gut, ich kann das jetzt ohne Kenntnis auch nicht dementieren, das Fest war ja noch nicht, aber es geht mir jetzt mal um die Pauschalabwertung des Museums an sich, die offenbar typisch ist.

Beispiel 2: Meine eigene Assoziation von Museum ist (zu Vickys Amusement) mit Kirche verknüpft. Wieso? Ist leicht erklärt: in beiden Einrichtungen (so habe ich es als Kind gelernt) hat man ehrfürchtig und still zu sein. Noch dazu fanden meine kindlichen Museumsbesuche meist am Sonntag Vormittag Statt, so weit ich mich erinnern kann, waren da in den 70ern in Wien nämlich die Museen gratis zu besuchen. Wir waren also Museum statt Kirche.
Und heute, wo ich schon lange kein Christ mehr bin und Kirchen auch nur mehr als Quasi-Museen mit kunsthistorischem Interesse betrachte und mir denke, ein Museum sollte eigentlich streng genommen ein Tempel der Musen sein (was dann wiederum genau der gegenwärtig von mir ausgeübten Religion entspräche), selbst heute muss ich sagen, so ein richtig unterhaltsames Museum, in dem ich gern auch mal so reinschaue, ohne mir eine spezielle Ausstellung anzusehen, fällt mir eigentlich nicht ein.

Soviel zu Kind und Museum. Nachhaltigkeit wäre mir also ein Anliegen. Museen und andere kulturelle Einrichtungen als Orte der Begegnung, Orte zum Wohlfühlen.
Wie, so frage ich, könnte man das erreichen? Sicher durch entsprechende Programm-Angebote, sicher aber auch durch eine ansprechende Preisgestaltung… wie ist das denn so mit Incentives wie einem Tag der offenen Tür, Vicky?

[Interview Teil 4]

Ich persönlich muss es nicht ganz gratis haben, ich wäre ja schon mit moderateren Preisen zufrieden, so 2 Euro für einen Museumsbesuch statt 8 oder 10 Euro, wie oft heute zu finden.
Fleischkassemmel-Dimension halt. Treffen sich zwei Jugendliche: „Gemma Mäcky oder Museum?“ „Museum, des is billiger!“
Ja, vielleicht wird aus den vielen guten Ideen, die wir da so vor uns hin gesponnen haben, ja tatsächlich was.

Musik 5:

Interpretin: Daniel Brandell, Track: Cidade Sol, Länge 03:47

[Lesung aus dem Kulturprogramm]

Abmoderation:

So, aber nun genug hinterfragt für heute. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören und hoffe, die Sendung hat euch wieder gefallen.

Und nochmals der Hinweis die Internet-Seiten zur Sendung:
Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr gerne an mich per eMail senden: radio -at hinterfragt -punkt- at.
Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort könnt ihr auch Kommentare zur Sendung abgeben. Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

Und nun verabschiede ich mich und wünsche euch noch eine gute Zeit.
Das war Ewald Strohmar-Mauler mit der Sendung hinterfragt. Das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD 105.9, dem Freien Radio in Innsbruck.

Abspannmusik:

Interpretin: Electric Zoom, Track: Power of Love

 

 

 

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