2. Sendung vom 14. Juni 2011: Der/die/das Fremde

Sendung vom 14. Juni 2011

Titel: Der/die/das Fremde

Anmoderation

Guten Abend, liebe Hörerinnen von FREIRAD 105.9, dem freien Radio in Innsbruck! Am Mikrofon begrüßt euch wieder recht herzlich Ewald Strohmar mit hinterfragt., dem philosophischen Magazin

In dieser Sendereihe geht es um die Themen unseres Alltags, die Dauerbrenner der Zeitungskolumnen und Leserbriefe, die ich aus verschiedenen philosophischen Perspektiven heraus kritisch beleuchten möchte. Ich will versuchen, konkrete Fragen an die Themen zu stellen, Standpunkte heraus zu arbeiten und fair, objektiv und gerecht an die Sache heran zu gehen, auch wenn es manchmal schwer ist, wenn ein besonders emotional aufgeladenes Thema besprochen wird.

Die Sendung wird auch im Internet begleitet auf der Website hinterfragt.at. Dort könnt ihr die vergangenen Sendungen nachlesen, euch über die nächsten Sendungen informieren, mit mir und unter einander darüber diskutieren usw.

Und auf der Website findet ihr die Quellenangaben der Zitate und der Musikstücke, zum nachlesen bzw nachhören– also nochmals die Adresse der Website: hinterfragt punkt a t.

In facebook findet ihr die Sendung unter dem Namen hinterfragt und auf Twitter unter @hinterfragtAT

Außerdem noch der Hinweis: sowohl on air als auch auf der Website verwende ich die weibliche Form der Substantive für beide Geschlechter,.

Nun aber zur heutigen Sendung:

Die heutige Sendung trägt den Titel: Der/die/das Fremde, anlässlich der aktuellen Fremden(un)rechtsdebatte – hinterfragen möchte ich:

was ist eigentlich fremd, wie kommt es dazu, wie können wir damit umgehen?

Dieses Thema ist klarer Weise sehr emotional besetzt, daher fällt es mir auch schwer, da ganz neutral heran zu gehen, aber ich will es jedenfalls versuchen, philosophisch objektiv und fair zu bleiben

Doch zunächst etwas Musik. Bis auf die Schlussnummer stammt heute alles von Project System 12 und ist unter einer Creative Commons Lizenz frei verfügbar.

Musik 1:

Interpret: Project System 12, Album; The Princess and the Frog, Track: Live Laugh Love, Länge: 03:01, Link: http://www.jamendo.com/de/album/87856

Beitrag 1: Wann würdest du dich fremd fühlen?

Der/die/das Fremde ist also heute unser Thema.

Zur Einstimmung in das Thema möchte ich zunächst mal einige Meinungen von verschiedenen Menschen einspielen.

Ich habe eine kleine Straßenbefragung in Innsbruck gemacht. Meine Frage war „Wann würdest du dich fremd fühlen?“

Einspielung O-Töne 1:24

[Transkript Start]

00:00:00 P1: Wenn zu viele Ausländer in Österreich wären

00:00:04 P2: Fremd fühlt man sich wenn man keine Menschen da hat die irgendeinem nahe stehen irgendwie… Fremd kann man sich aber auch fühlen umgeben von Menschen, das heißt nur dann, dass man sich nicht akzeptiert fühlt in diesem Moment

00:00:23 P3: Wenn mich jeder als Exot ansehen würde

00:00:29 P4: Wenn i nit dazu gehör, wenn i mi nit zuhause fühle, wenn i mi nit angenommen fühl, wenn i … ja, es hat a mit Anders-Sein zu tuan, wenn i irgendwie andersch bin als wie grad meine Umgebung oder mei soziales Umfeld … oder wenn i die Sprache …. des spielt natürlich a a Rolle… kann a mit der Sprache zusammen hängen… aber des i a wiederum die Umgebung, also wenn die Umgebung andere Eigenschaften hat als wie i selber, und i mi andersch fühl, denn fühl i mi fremd wahrscheinlich, so spontan gsagt

00:01:12 P5: wenn sich die Mitmenschen gegen einander nix mehr zu sagen haben, also ka Kommunikation mehr Statt finden würde

00:01:20 P6: also wenn ich irgendwie ganz alleine in einer neuen Stadt wär oder so

00:01:24 [Transkript Ende]

Hier sind ja schon ein paar wesentliche Punkte des Themas angesprochen worden. Einige davon möchte ich nun im Detail weiter ausführen, und das bedeutet in dieser Sendung natürlich: hinterfragen.

Was ist das also eigentlich, fremd?

Von den Befragten kamen da Dinge wie nicht akzeptiert, nicht angenommen, exotisch, mir persönlich fallen da auch noch Begriffe ein wie unbekannt, unvertraut, vielleicht sogar bis hin zu unheimlich.

Dazu passt meiner Meinung auch nach ein Zitat von Wilhelm Dilthey:

„Die Natur ist uns fremd. Denn sie ist uns nur ein Außen, kein Inneres. Die Gesellschaft ist unsere Welt.“ 1(Zitat Ende)

Hier sind ja schon mal zwei Sphären gegenüber gestellt: Natur und Gesellschaft – bzw ich würde auch sagen, Natur und Kultur, dieses alte Gegensatzpaar.

Wobei der Gegensatz ja kein grundsätzlicher ist, denn Kultur kommt ja vom lateinischen cultura, und das hat in der ursprünglichen Bedeutung ja einen zutiefst agrarischen Hintergrund, nämlich den des Urbarmachens der vorgefundenen Natur, woraus dann später das Pflegen, also Kultivieren der Anlagen eines Menschen geworden ist.

Also Kultur als gezähmte Natur, wenn man so will. Überhaupt ist diese ganze Geschichte mit dem Fremd-Sein eine zutiefst kulturphilosophische Frage, was wir später auch noch sehen werden.

Doch wieder zum Fremd-Sein gegenüber der Natur:

Wir Menschen fühlen uns gegenüber der Natur, also diesem ungezähmten Zustand, ja immer irgendwie fremd, sonst hätten wir ja auch nie die Anstrengungen unternommen, so was wie Kultur zu „erfinden“, zu entwickeln.

Aber, auch wenn die Gesellschaft unsere Welt ist, wie Dilthey es formuliert, offensichtlich gibt es ja auch das Gefühl der Fremdheit im Zusammenhang mit menschlichen Begegnungen, wie ja auch einige meiner BefragungspartnerInnen meinten.

Wie kommt das? In der Natur ist es klar, da sieht man das ungezähmte, das Ungewisse, das Bedrohliche – doch bei unseren Mit-Menschen?

Halten wir die anderen Menschen in unserer Umgebung etwa auch für ungezähmt, unkultiviert?

Es kamen da ja auch in der Befragung Begriffe wie Kommunikation und Sprache – bzw. eigentlich keine Kommunikation oder unbekannte Sprache. Und das wiederum erinnert an einen ganz anderen Begriff, der auch mit Fremd-Sein zu tun hat: den des Barbaren, was im antiken Griechenland eine Bezeichnung für alle Nicht-Griechen war, also Völker, die nicht griechisch sprachen, sondern unverständliches Blabla (auf griechisch eben barbar) von sich gaben. Die griechische Sprache galt als Zeichen der Kultur. Aber zu den Griechinnen und ihrer Kultur habe ich zum Ende der Sendung noch eine nette Überlegung, da möchte ich es jetzt nicht weiter ausführen.

Etwas anderes:

wenn wir in ein unbekanntes Land kommen, oder eine unbekannte Sprache hören, nennen wir das „fremdes Land, fremde Sprache“.

Aber niemand von und sagt, wenn wir z.B. in einer Buchhandlung ein Buch sehen, das wir nicht kennen: „fremdes Buch“, oder wenn wir im Wald einen Vogel sehen, den wir nicht kennen, „fremder Vogel“. Das nennen wir vielleicht unbekannt oder so, aber nicht fremd.

Kann es also vielleicht sein, dass wir nur das als fremd bezeichnen, was uns potenziell Angst macht?

Ich möchte dann nach dem folgenden Musikstück noch einen anderen Aspekt des Fremd-Seins betrachten, indem wir einen Blick in die Geschichte machen.

Musik 2:

Interpret: Project System 12, Album; Seven Windows, Track: Minute by Minute Day by Day, Länge: 02:48, Link: http://www.jamendo.com/de/album/84261

Beitrag 2: Simmel

Nun aber der versprochene Blick in die Geschichte.

Der Soziologe Georg Simmel2 stellt Überlegungen an über den Fremden als

  • der Wandernde

  • der Händler

  • der Nicht-Bodenbesitzer

  • letztlich ein Nicht-Individuum, so wird er immer nur als Teil einer Gruppe wahr genommen

Irgendwie hatte ich beim Lesen des Artikels, aus dem diese Überlegungen stammen, das Gefühl, hier der ganzen Sache mit der Behandlung des Fremden durch dessen Umwelt schon etwas näher zu kommen.

Stellen wir uns also ein kleines Dorf vor, irgendwo in Europa in der Antike z.B.

Welche Menschen, die nicht im Dorf ansässig waren, kannten die Dorfbewohnerinnen? Vielleicht kam mal eine Reisende, ein Reisender, eine Forscherin, ein Forscher vorbei, die gab es auch schon in der Antike, oder eine Gruppe Schaustellerinnen, Wanderpredigerinnen, Wahrsagerinnen, aber zumeist waren es doch wohl Händlerinnen, die oft von weit her kamen, um ihre Ware zu verkaufen: seltene Gewürze, Stoffe, oder was auch immer.

Die anderen Fremden, die man kannte, waren Krieger, die kamen, um zu erobern, aber die waren nicht flächendeckend präsent und eher die Ausnahme und spielen hier für diese Überlegungen mal keine Rolle.

Nicht-Sesshafte, Wandernde, das waren also die Fremden. Sie gehörten eindeutig nicht dazu, waren keine Dorfbewohnerinnen. Das änderte sich mit der beginnenden Entwicklung der Städte auch nur wenig. Die ersten Städte waren überschaubar genug, also im Vergleich zu heute sehr klein, heute würden sie sich bei uns nicht mal Marktgemeinde nennen dürfen. Da kannten sich also auch alle, die oder der Fremde stach jedenfalls heraus – war ein Fremd-Körper.

Nicht-Bodenbesitzerinnen, das ist die dritte Kategorie, die Simmel nennt, und das zeigt ganz klar, dass die frühen Kulturen ja durchwegs agrarisch bestimmt waren, nur die Bodenbesitzer (diesmal die männliche Form) waren stimmberechtigt, alle anderen waren entweder Frauen, Sklaven oder eben Fremde, also allesamt rechtlos. Teilweise waren die Kriterien ja noch schärfer: im antiken Griechenland z.B. galt man überhaupt nur als frei, wenn man ohne zu arbeiten von dem leben konnte, was einem gehörte, also von den landwirtschaftlichen Erträgen (die von den Sklaven erwirtschaftet wurden), vom Handel und den Zinsen auf Kapital.

Doch wieder zum Fremden an sich, der „Person ohne Land“. Nicht-Sesshaftigkeit, keine feste Bindung zu haben, keine Heimat – das waren die Kriterien, die die Fremden ausmachten.

Und genau diese Eigenschaften scheinen ja auch für viele Menschen heute ein Problem dar zu stellen. Nach Gründen wird da ja nicht lange gefragt.

Ob der oder die Zuagroaste „nur“ aus Wien stammt und wegen einer großen Liebe nach Tirol gezogen ist, oder ein „Hartz -IV-Flüchtling“ oder eine Asylwerberin, die Hals über Kopf aus der afrikanischen Heimat geflohen ist, weil sie dort Gefängnis, Folter oder Tod erwartet hätte – all das ist den Ansässigen, den Sesshaften egal, es ist eine Zuagroaste, ein Fremder, eine Fremde. Und wir mögen „die Fremden“ ja nur, wenn sie Geld bei uns lassen, denn dann sind sie Touristen, die nach ein, zwei Wochen wieder verschwinden. Wie einst der Händler, der seinen Kram verkaufte und wieder verschwand, bis zum nächsten Mal, wenn das Dorf auf seiner Route lag. Ein Wirtschaftstourist, sozusagen.

Im Gegensatz eben zum zu-gereisten Menschen, der gekommen ist , um zu bleiben. Und hier kommt es zum Schwenk vom unbedenklichen Fremden, also dem Typ „Händler“ oder „Tourist“, der wieder verschwindet, zum Fremden, dem man mit Skepsis, Ablehnung, vielleicht sogar Angst und Hass, begegnet.

Weil die oder der Fremde da bleibt und ich mir meine Lebenswirklichkeit mir ihr oder ihm teilen muss.

Oder, was noch viel schlimmer ist: mit IHNEN – im Plural.

Was bei Simmels Überlegungen nämlich auch sehr interessant scheint, ist die letzte Definition, die alle Fremden quasi in einen Topf wirft: sie werden nicht als Individuen gesehen, sondern nur als Teil einer undefinierbaren Gruppe: DIE Fremden.

Im Plural, und mit diesem arbeiten ja alle jene, die verantwortlich dafür sind, dass in den Menschen Angst und Hass erzeugt wird, im Plural also wirken DIE Fremden, DIE Ausländer, DIE Asylwerber natürlich noch weitaus bedrohlicher als der einzelne nette Mann vom Kebabstand oder die freundliche Kassiererin, mit der man sich gerne unterhält, auch wenn man ihren Namen nicht aussprechen kann.

Die Fremden als unbestimmte Gruppe – und dem gegenüber ich als Einzelperson – klar, da sucht man sich lieber Verstärkung bei anderen Leuten, die ebenso denken, damit man sich nicht fremd fühlen muss im eigenen Land, wenn da dann überall nur mehr Ausländer sind, eine Angst, die ich ja auch bei meiner Straßenbefragung gehört habe (allerdings nur ein Mal).

Doch jetzt wieder Musik, ein Stück mit dem Titel „Puuh One Drink to Many“, passend zu den Bierzelten, wo ja gerne auch fremdenfeindliche Parolen im rauschigen Zustand verbreitet werden.

Musik 3:

Interpret: Project System 12, Album; Seven Windows, Track: Puuh One Drink too Many, Länge: 02:30, Link: http://www.jamendo.com/de/album/84261

Beitrag 3: Selbstbild – Fremdbild

Weg vom Bierzelt, und gleich mitten hinein in die philosophische Anthropologie, zu einem, der diese mitbegründet hat: Max Scheler 3 Er hat unter vielem anderen auch vom Selbst-Bild gesprochen.

Um nämlich das Fremde am Fremden zu ergründen, ist es vielleicht auch ganz hilfreich, wenn wir uns zuerst dem Gegenteil des Fremden beschäftigen, nämlich uns selbst. Denn nur im Unterschied zum Selbst kann man ja das Fremde wahrnehmen.

Wir Menschen haben ja so etwas wie ein Selbst-Bewusstsein, das Scheler als eine Fähigkeit des Geistes versteht. Er sieht darin eine Selbst-Vergegenständlichung im Sinne von Reflexivität und Selbstbild. Wir können uns also ein Bild von uns selbst machen, dazu gehört auch eine Außen-Perspektive, diese Fähigkeit zur mentalen „Zurückbeugung“ (lat. re-flexio) und zur Selbstbetrachtung haben Tiere eben nicht.

Menschen dagegen haben dieses (ich zitiere Scheler) „Bewusstsein des geistigen Aktzentrums von sich selbst“ (Zitat Ende), können sich also ihrer selbst bewusst sein und von sich als „Ich“ sprechen. Die Reflexivität ist also die Fähigkeit, ein individuelles Selbstbild zu haben, und dazu gehört auch die Vorstellung davon, wie man von anderen im sozialen Umfeld beurteilt wird (also das Fremd-Bild).

Ein anderer Pionier der philosophischen Anthropologie ist Helmuth Plessner4. Ein Begriff, der sein Werk prägt, ist die „Exzentrische Positionalität des Menschen„. Er schreibt z.B. wörtlich:

„Ist das Leben des Tieres zentrisch, so ist das Leben des Menschen, ohne die Zentrierung durchbrechen zu können, zugleich aus ihr heraus, exzentrisch.“ (Zitat Ende)

„Ex-zentrisch“ bedeutet hier, dass der Mensch nicht mehr einfach nur im erlebenden Mittelpunkt seiner Umgebung steht, wie das Tier, sondern eben außerhalb dieses Zentrums, er ist also quasi „außer sich“, kann sich selbst von außerhalb denken.

Wieder Plessner: „Das Tier lebt aus seiner Mitte heraus, in seine Mitte hinein, aber es lebt nicht als Mitte“. (Zitat Ende)

Der Mensch hingegen schon, so ist denn die exzentrische Positionalität die Fähigkeit des Menschen, sich von außerhalb seiner selbst beobachten zu können, und so ähnlich sieht es ja auch Max Scheler mit der Reflexion, die wir ja schon besprochen haben, also der Selbst­vergegen­ständlichung und dem Selbstbewusstsein. was Scheler auch als „Weltoffenheit“ bezeichnet

So gesehen ist die Aufforderung, die am Tempel von Delphi geschrieben stand, „Erkenne dich selbst!“ irgendwie auch eine Aufgabe für uns, zunächst mal ein Selbstbild zu entwickeln, also eine Vorstellung davon, wie wir sind

und auch wie wir sein wollen.

Nur leider ist es ja oft so, dass diese Reflexion nicht so selbständig und kreativ Statt findet, sondern einfach Modell-Bilder aus der Sozialisation übernommen werden, sprich: anerzogen oder angelernt werden. Also in Elternhaus, Schule, oder auch im Freundeskreis. Und diese Modelle lassen dann meist die Originalität vermissen, die man von einer wirklichen, also reflektierten Persönlichkeit erwartet.

Leider orientiert sich nach diesem Selbst-Bild dann auch das Fremd-Bild, also das Bild, das man von Anderen hat,

sowie auch das Bild von sich selbst, das man anderen gegenüber von sich vermitteln will. Diese werden dann wohl auch eher klischeehaft sein.

Wer etwas kreativer ist, wird vielleicht auch entdecken, dass es eigentlich zwei Arten von Nicht-Ich-Personen gibt:

jene, mit denen ich einige oder viele Eigenschaften teile: das sind die Ähnlichen; und jene, mit denen ich offenbar gar nichts gemeinsam habe: die Fremden5.

Und hier ist auch schon ansatzweise ein Schlüssel zum Ent-Fremden des Fremden verborgen – doch dazu etwas später.

Musik 4:

Interpret: Project System 12, Album; Seven Windows , Track: Reflections, Länge: 02:31, Link: http://www.jamendo.com/de/album/84261

Zwischenmoderation:

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:

Hier ist „hinterfragt„, das philosophische Magazin auf FREIRAD 105.9, dem freien Radio in Innsbruck! Mein Name ist Ewald Strohmar mit philosophischen Gedanken zu aktuellen Themen.

Die heutige Sendung trägt den Titel: Der/die/das Fremde, und es geht um verschiedene philosophische Zugänge zum Thema des Fremd-Seins, bisher waren das einige allgemeine Überlegungen zur Wortbedeutung, Georg Simmels Gedanken zur Begegnung mit dem Fremden als Wanderer, Händler, Nicht-Bodenbesitzer, sowie einige Gedanken zu Selbstbild und Fremdbild, z.B. von Max Scheler und Helmuth Plessner.

Beitrag 4: Vorurteile

Nun möchte ich noch einen Begriff erwähnen, der im Zusammenhang mit Fremden natürlich auch immer wieder zur Sprache kommt: die Vorurteile.

Die ganze Fremden-Debatte ist ja gespickt mit Vorurteilen: DIE Fremden sind irgendwas, ALLE Asylwerber machen dies, DIE Ausländer machen jenes… Nur, was hat es eigentlich mit diesen Vorurteilen auf sich?

Machen wir zunächst einen Blick in die Psychologie.

In der Online-Ausgabe des Lehrbuchs „Sozialpsychologie“ 6 findet man so einiges zu Vorurteilen – ich zitiere einige Sätze:

„Vorurteile sind negative und feindselige Einstellungen gegenüber einer sozialen Gruppe und ihren Mitgliedern auf der Grundlage ihrer Gruppenmitgliedschaft. […]

Die Beziehungen zwischen sozialen Gruppen bestimmen die Einstellungen und Verhaltensweisen der Gruppenmitglieder […]

Die soziale Kategorisierung führt zur Assimilation von Individuen innerhalb einer Kategorie und zur Kontrastierung von Individuen verschiedener Kategorien.

Die Identifikation mit der Eigengruppe verbindet das Selbst mit einer bestimmten sozialen Gruppe und verleiht so dieser sozialen Kategorie psychologische Relevanz.

Intergruppenvergleiche führen dazu, dass eine Eigengruppe relativ zu einer Fremdgruppe auf Dimensionen bewertet wird, die als wichtig eingeschätzt werden.

Ein Vorurteil ist das Ergebnis einer Intergruppenbewertung, die als Einstellung oder als gruppenbasierte Emotion aufgefasst werden kann.“ (Zitat Ende)

Wenn man genau hin hört, merkt man, dass eigentlich ein Faktor hier vom ersten zum letzten Satz plötzlich verschwunden ist: nämlich die negative Aufladung des Begriffs „Vorurteil“, die wir aus der Umgangssprache kennen. Also wir sehen umgangssprachlich ja Vorurteile immer als etwas negatives an. Und das wird ja im ersten Satz des Zitatblocks auch noch erwähnt (Vorurteile sind negative und feindselige Einstellungen), bis sie dann zum Schluss nur mehr als „Intergruppenbewertungen“ bezeichnet werden, also relativ wissenschaftlich – neutral.

Das ist aber genau das Spektrum, das wir ja alle aus der Praxis kennen, von total negativ bis hin zu super-tolerant können wir alles beobachten, darum habe ich diesen Schwenk in die Psychologie auch gemacht.

Da diese Sendung aber eine philosophische ist, sollte ich natürlich auf einige philosophische Überlegungen zum Thema Vorurteil eingehen, die uns vielleicht noch etwas weiter bringen.

Für die Philosophinnen ist ein Vorurteil ein (ich zitiere aus Hoffmeisters philosophischem Wörterbuch7) „ohne genügende Kenntnis der Sache auf Grund vorgefasster Meinung gebildete[s] Urteil“ (Zitat Ende), und das bedeutet ja eigentlich nur, dass man sich nicht die Mühe macht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Trotzdem haben Vorurteile einen wichtigen Sinn, nämlich für das Verstehen. Ein Experte für das Verstehen war Hans-GeorgGadamer, der Begründer der philosophischen Hermeneutik, also der Lehre vom Verstehen.

Für ihn kommt das Verstehen (Zitat) „erst in seine eigentliche Möglichkeit, wenn die Vormeinungen, die es einsetzt, nicht beliebig sind“ (Zitat Ende). Wer verstehen will, muss (wieder Gadamer) „die in ihm lebenden Vormeinungen ausdrücklich auf ihre Legitimation, und das ist, auf Herkunft und Geltung“ prüfen 8

Die Frage ist dabei natürlich (Zitat) „wie man aus dem Bannkreis seiner eigenen Vormeinungen überhaupt herausfinden soll?“ (Zitat Ende).

Denn selbst wenn man mit Offenheit an die Meinung des Anderen herangeht, wie Gadamer vorschlägt, ist der menschliche Geist ja immer irgendwie geprägt von seinen persönlichen Erfahrungen und seiner Sozialisation., und nie völlig frei in seinen Urteilen.

Aber, so meine ich, es deswegen nicht zu versuchen, also nicht offen zu sein, nicht die Meinung des anderen gelten zu lassen, ist ja wohl der falsche Weg.

Man kann Vorurteile durchaus als wahr oder falsch identifizieren, wenn man sich die Mühe macht, sie zu hinterfragen, wenn man also mit der Vernunft an sie heran geht. Dies wäre dann schon ein weiterer Schritt zur Ent-Fremdung des Fremden, wozu ich dann gleich nach dem nächsten Musikstück kommen möchte.

Musik 5:

Interpret: Project System 12, Album; The Princess and the Frog, Track: Then came Bob, Länge: 04:50, Link: http://www.jamendo.com/de/album/87856

Beitrag 5: Cassirer / Schwemmer: Ent-Fremdung9

Nun, nachdem ich schon mehrfach von der „Ent-Fremdung des Fremden“ gesprochen habe, komme ich also jetzt zu den Gedanken Oswalds Schwemmers zum Verstehen als Mittel zu dieser „Ent-Fremdung“ des Fremden.

Schwemmer ist ein Schüler von Ernst Cassirer, dessen Gesamtwerk sich primär mit der „Philosophie der symbolischen Formen“ beschäftigt, und das von Schwemmer ausgiebig zitiert wird.

Ernst Cassirer betont in seinem Werk die Vielfalt der symbolischen Welten, aber auch den Glauben an das “ universalistische Streben“ der Vernunft. So meint er, dass sich mit einem Fortschritt des Verstehens auch ein Fortschritt in der Moralität der Menschen einstellen würde.

Die ästhetische und moralische Sensibilität als Grundlage für ästhetisches und moralisches Handeln wird über kulturspezifisch vermittelte Muster und Leitbilder erlernt. (Das hatten wir ja schon, wenn auch anders formuliert.) Mit Cassirer gesprochen, sind das Symbole.

Dadurch ergibt sich erfahrungsgemäß die Tatsache des „kulturell Anderen„, also des „Fremden„, dessen Symbole sich von unseren eigenen Symbolen unterscheiden. Die fremde Symbolwelt ist auffällig und unvertraut und erzeugt dadurch Unsicherheit, oder sogar ein Gefühl der Bedrohung unserer vertrauten kulturellen Muster.

Diese Bedrohung besteht in einer Orientierungslosigkeit in unserer eigenen Welt, weil uns einfach erlernte Muster fehlen, damit umzugehen. Die Bedrohung ruft dann, so Schwemmer, meist mindestens eine von drei typischen Reaktionen hervor: Abwehr, Missachtung oder Verein­nahmung.

Das sind spontane Reaktionen, weil keine von ihnen eine Veränderung der eigenen kulturellen Muster verlangt, man bleibt also in seinen gewohnten Orientierungsmustern. Die Orientierungslosigkeit wäre dann nur von kurzer Dauer, das Fremde hat keine direkte Auswirkung.

In der Praxis sieht man aber natürlich, dass mit diesen Spontanreaktionen nichts gewonnen ist: das Fremde ist noch immer da, auch wenn ich es ignoriere oder ablehne. Somit kann man der Orientierungslosigkeit nicht wirklich dauerhaft entkommen, solange das Fremde da ist.

Im Gegensatz dazu wäre eine „Kultivierung“, so wie Cassirer und Schwemmer sie sehen, das Verstehen des Fremden, die Zurück­gewinnung der Orientierungen auch dem Fremden gegenüber, denn das verstandene Fremde würde ja zu einem bloß Anderen in unserem eigenen kulturellen Kontext.

Ein Eingriff in unsere Symbolwelt bedeutet einen Angriff auf unsere geistigen Wurzeln – so kommt es dann auch zu Reaktionen bis hin zu den diversen „heiligen Kriegen“, die wir aus der Geschichte, auch aus der aktuellen Geschichte, kennen.

Eine „Ent-Fremdung“ des Fremden ist für Schwemmer also nur möglich durch die Anwendung des Verstehens. Was meint er aber damit?

Verstehen ist die Übereinkunft über Begriffe, über die vorher unterschiedliche Auffassungen bestanden haben, in der Idealform dann die völlige Übereinstimmung auch der Überzeugungen.

Verstehen ist also ein Symbolisierungs-Prozess, ebenso wie unsere moralischen Maßstäbe und unser Weltbild Resultat von Symbolisierungs­prozessen sind.

Das, was wir durch unser Verstehen „ent-fremden“, können wir auch in den Kreis unseres kulturell gestützten moralischen Verhaltens aufnehmen, als ein zwar auch jetzt noch Anderes, aber eben auch nur ein Anderes neben anderem, das ebenfalls anders ist als wir selbst, mit dem wir aber umgehen können. Das wäre das erwähnte „Ähnliche“, mit dem wir schon eine ausreichende Anzahl von Symbolen teilen.

In einem solchen Verständnis wäre das Verstehen tatsächlich der Schlüssel zur „Moralisierung„. Schwemmer sieht hier in der wissenschaftlichen Welt, vor allem der Geistes- und Sozialwissenschaften, die Chance, diesen Schlüssel zu ergreifen und zu benutzen.

Das kann man zu einem ethischen Prinzip ausformulieren, dass nämlich das Fremde (ich zitiere Schwemmer) „verstanden werden muss, und dass es nur verstanden werden kann, wenn man die eigene Kulturgebundenheit überwindet, […] sein kulturelles Selbst überschreitet, wenn man [..] schon in seinem Verstehen ‚transsubjektiv‚ handelt“. (Zitat Ende)

Das hört sich jetzt alles vielleicht etwas sehr theoretisch an, und man fragt sich zu Recht, wie das in der Praxis aussehen kann.

Nun, ich denke, mit den Begrifflichkeiten, die uns Cassirer und Schwemmer anbieten, kann man schon etwas anfangen.

Denn wenn man annimmt, dass die Welt, also unser kulturelles Umfeld, aus Symbolen besteht, weil der Mensch ein „animal symbolicum“ ist, wie Cassirer es definiert hat10, also frei übersetzt ein „Tier, das in Symbolen denkt und lebt“, dann bedeutet menschliche Interaktion und Kommunikation primär den Austausch von Symbolen.

Und Symbole können entschlüsselt werden, dann werden sie verstanden, und dann kann man sie auch annehmen, also in das eigene kulturelle Umfeld integrieren.

Also wäre ein möglicher Weg, den wir aus der Philosophie der symbolischen Formen ableiten können, die Symbole nicht nur zu kennen, sondern über sie und die damit verbundenen kulturellen Traditionen nachzudenken, und mit den Symbolen dann natürlich auch zu leben, und das bedeutet vor allem: sich mit den Menschen, die die Symbole transportieren, auszutauschen und mit ihnen zu leben. Und das bedeutet: sie zu verstehen.

Musik 6:

Interpret: Project System 12, Album; The Princess and the Frog, Track: Owl Milk, Länge: 03:26, Link: http://xxx http://www.jamendo.com/de/album/87856

Beitrag 6: Hegel: griechischer Geist / Fazit

Zum Abschluss möchte ich wieder einen älteren Philosophen zitieren, und zwar Georg Wilhelm Friedrich Hegel.

Er meint von den antiken Griechinnen, die bedingt durch ihre vielen Inseln keine einheitliche Landmasse haben und daher Griechenland auch von verschiedensten Völkern in verschiedenen Regionen besiedelt worden war:

(Zitat)“Dies ist der elementarische Charakter des griechischen Geistes, welcher es schon mit sich bringt, dass die Bildung von selbständigen Individualitäten ausgeht, […]. Bei der Ursprünglichkeit der nationalen Einheit ist die Zerteilung überhaupt, die Fremdartigkeit in sich selbst […]. Die erste Überwindung derselben macht die erste Periode der griechischen Bildung aus: und nur durch solche Fremdartigkeit und durch solche Überwindung ist der schöne, freie griechische Geist geworden.“11 (Zitat Ende)

Also meint Hegel, dass die Griechinnen nur durch diese Vielfalt eine so überwältigende geistige Größe erlangen konnten. Wenn man bedenkt, dass die Griechinnen im antiken Europa ja überhaupt in geistiger Hinsicht die bestimmende Kultur waren, und sogar noch in Mittelalter und Neuzeit hinein gewirkt haben, sollte man sich schon darüber Gedanken machen, ob an Hegels These etwas Wahres dran ist.

Also: jede Insel, jeder Landstrich wäre eine Einheit, die Bewohnerinnen der Nachbarinsel sind schon Fremde. Vielleicht haben sie sogar einen ganz anderen Dialekt, andere Bräuche?

Natürlich könnte man jetzt annehmen, dass hier ein Konkurrenzkampf zwischen eben diesen regionalen Kulturbereichen die Meisterwerke der bildenden Kunst oder der Poesie hervor gebracht haben könnte, also gerade die Pflege der Unterschiede, der Fremdartigkeit.

Aber das Schlüsselwort bei Hegel ist: Überwindung – also Überwindung der Fremdartigkeit als erste Stufe zur weltbekannten griechischen Bildung, die ja im übrigen universal war, also eben nicht regional beschränkt.

Was die Griechinnen nämlich fertig gebracht haben, war: sich als Griechinnen zu fühlen, nicht als Bewohnerinnen der Insel X. Es gab eine einheitliche Sprache und Schrift, eine einheitliche Religion, also eine kulturelle Einheit – aber interessanter Weise keine politische Einheit, jede Stadt war ihr eigener Staat, mit eigenen Gesetzen und Regierenden.

Ein kleiner Exkurs in eines meiner Lieblingsgebiete – die antike griechische Religion:

Die Entwicklung der Religion als wesentliche Kulturträgein mag als Beispiel für diese besondere Fähigkeit der griechischen Völker zur Behandlung des Fremden dienen:

in der archaischen Periode, als die einheimischen Stämme sich mit den indoeuropäischen Einwanderern mischten, hatte sich auch eine Götterwelt heraus gebildet, indem nämlich die indoeuropäischen Gottheiten um den Göttervater Zeus mit regionalen Gottheiten verbunden wurden – Hera war z.B. eine Muttergöttin in der Gegend von Argos und wurde Zeus an die Seite gestellt. Heiligtümer der alten Götter wurden neuen Göttern übergeben, z.B. das Orakel von Delphi von der Erdmutter an Apollon, usw.

Selbst wann man vermutet, dass diese Übernahmen nicht immer freundlich abgingen, sieht man doch, dass die alte Religion nicht einfach ausradiert wurde, wie es z.B. christliche Missionare in der Spätantike und im frühen Mittelalter mit „heidnischem“ Kulturgut gemacht haben, sondern eben im Gegenteil sehr sinnvoll integriert. Somit hatte man nämlich schon mal eines vermieden: einen unterschwelligen Hass der indigenen Bevölkerung zu schüren.

Dieser Ausflug in die Geschichte war zwar jetzt sehr wenig philosophisch, aber ich denke, es ist kulturwissenschaftlich betrachtet schon ein sehr wesentlicher Hinweis, dass es eine Entfremdung des Fremden, eine Überwindung der Fremdartigkeit, durchaus schon in der Antike gegeben hat – und Hegel meint eben, das genau diese Bemühungen mit der Grund wären, warum gerade Griechenland eine derartige geistige und kulturell hoch stehende Größe in der Antike werden konnte.

Was mir auch zu denken gibt, ist ja eine ganz andere Geschichte, die mir bei den Überlegungen zur griechischen Kultur aufgefallen ist: die Politik in Griechenland war nicht einheitlich: Athen hatte eine Vorstufe der Demokratie und einen Ältestenrat, Sparta hatte zwei Könige, usw.

Die Stadtstaaten mussten alles unter einander ausverhandeln, es gab keine übergeordneten Gesetze, es gab Rivalitäten und Kämpfe ohne Ende.

Aber: die Kultur war allgemein-griechisch: von den Olympischen und anderen Spielen angefangen, die panhellenisch waren und auch eine Zeit der absoluten Waffenruhe, bis hin zur Religion, wo Pilgerinnen zu Heiligtümern unbeschadet durch noch so feindliches Gebiet wandern konnten.

Und warum geht das heute nicht? Warum haben wir die Politik über alles gesetzt? Warum können Politikerinnen bestimmen, wer ein guter und wer ein schlechter Fremder ist – und viele Menschen glauben das auch noch?

Oder sind es die Massenmedien, die diese Meinungen provozieren, und die Politikerinnen, die vor der nächsten Wahl zittern, springen auf diesen vorgefertigten, bequemen Zug auf?

Griechenland ist ja heute leider zum Inbegriff für Korruption, Misswirtschaft, Sorglosigkeit geworden – aber das ist schon lange nicht mehr das Griechenland der klassischen Antike. Das ist es eigentlich seit Alexander, dem so genannten Großen, nicht mehr.

Aber wenn wir das klassische Griechenland als Modell nehmen für heute: wäre es uns nicht möglich, europäisch zu denken und regional zu handeln?

Dann hätte der/die/das Fremde vielleicht auch mehr Chancen, verstanden zu werden.

Abmoderation:

So, nun aber genug philosophiert für heute. Ich hoffe, die Sendung hat euch gefallen und ihr fandet sie ausreichend interessant.

Wie immer an dieser Stelle der Hinweis auf das Internet:

Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr wie immer gerne an mich per eMail senden: radio {at} hinterfragt {punkt} at.

Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort könnt ihr auch Kommentare zur Sendung abgeben. Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

Alle Musik-Stücke stehen unter der creative-commons-Lizenz, und ihr könnt sie euch unter der Einhaltung dieser Lizenz auch kostenfrei herunter laden – die Links findet ihr dann ab morgen auch mit dem Text zur heutigen Sendung.auf der Sendungs-Webseite hinterfragt.at

Und nun verabschiede ich mich, wünsche euch noch eine gute Zeit.

Das war Ewald Strohmar mit der Sendung hinterfragt. Das philosophische Magazin auf FREIRAD 105.9, dem Freien Radio in Innsbruck.

Abspannmusik:

Interpret: conFusion, Album: 3 ème Impair, Track: Ever and Ever,

Länge: 06:12, Link: http://www.jamendo.com/de/album/72804

 

1Wilhelm Dilthey, Einleitung in die Geisteswissenschaften [1883], in: Gesammelte Schriften, Bd. 1 (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 9.Aufl. 1990, S.36

2Exkurs über den Fremden, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Duncker & Humblot Verlag, Berlin 1908 (1. Auflage). S. 509-512

3vgl Max Scheler: Späte Schriften. Dort: Die Formen des Wissens und die Bildung,Bern 1976

4Helmuth Plessner , Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie, Berlin 1928, zitiert nach der Ausgabe in GW Bd. IV

5 vgl Thies, Einführung in die philosophische Anthropologie, Darmstadt 2009 (2.)

6Jonas, Stroebe, Hewstone: Sozialpsychologie, http://www.lehrbuch-psychologie.de/

sozialpsychologie/bereich/vorurteile_und_beziehungen_zwischen_sozialen_gruppen, abgerufen 11.6.2011

7Hoffmeister, Johannes: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Hamburg 1955(2.), S. 656

8 Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode. Gründzüge einer philosophischen Hermeneutik, Gesammelte Werke Bd.1, Tübingen 1990

9Grundlage dieses Beitrags ist eine Hausarbeit von mir zur Kulturphilosophie an der Fernuniversität in Hagen

10 Cassirer, Ernst: An Essay on Man, New Haven/London 1992, S.26

11Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie I, erstmals 1822/23 gehaltene Vorlesung, Werke 18 Frankfurt/Main 1986, S.277 f.

 

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