Sendung vom 10. Juni 2014: Fedcon 2014

Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit einer neuen Ausgabe von „hinterfragt.“, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

 

Die heutige Sendung trägt den Titel: Fankulturen

Hinterfragt hat für euch keine Kosten und Mühen gescheut und war am vorvergangenen Wochenende in Düsseldorf auf der FEDCON, der größten Science Fiction Convention in Europa.

Was wir dort gesehen haben, davon handelt die heutige Sendung. Ich habe jede Menge Material gesammelt, viele Fans interviewt, und diese Interviews werden den Hauptanteil dieser Sendung ausmachen. Dazwischen wie gewohnt, etwas Musik.

Und damit fangen wir auch gleich an:

 

Musik:

Electric Zoom: Zick Zack 2:57

 

 

Beitrag 1: Überblick

Im ersten Teil möchte ich euch zunächst einen sehr persönlichen Bericht von der Fedcon geben.

 

Die 23. Fedcon fand von Donnerstag, 29. Mai bis Sonntag, 1. Juni 2014 im Maritim Hotel in Düsseldorf statt. Da wir am Donnerstag von Innsbruck angereist waren und am Samstag schon wieder zurück mussten, blieb uns logischerweise nur der Freitag für die Fedcon selbst. Diesen wollten wir natürlich so gut wie möglich nützen, daher hatten wir angepeilt, bereits um neun Uhr dort einzutreffen, um uns erst mal orientieren zu können, bevor es so richtig los ging.Wir hatten uns bewusst ein Quartier im Stadtteil Unterrath gesucht, da war es dann über die Kalkumer Straße nur ein lockerer viertelstündiger Spaziergang zum Hotel Maritim.

 

Im Hotel begann dann zunächst die Suche nach dem Checkin für die Pressekarten, was sich nicht so einfach gestaltete, denn gleich nach dem Eingang gab es zunächst eine Ausgabestelle für die bei den Fotosessions gemachten Bilder, anstatt eine Information oder eben die Kartenausgabe, welche sich irgendwo weiter hinten zwischen Treppe und WC versteckte. Klar, die Event-Tasche mit dem Con-Guide, in welchem die zuvor benötigten Informationen zu finden gewesen wären, bekam mensch auch erst mit den Karten. Also alles recht kompliziert, wenn mensch zum ersten Mal auf der Fedcon ist.

 

Dann hieß es erst mal, sich dort zurecht zu finden. Trotz der frühen Stunde wimmelte es nämlich bereits vor Menschen in Science Fiction-Verkleidungen aller Art. Die meisten konnte mensch auch dem jeweiligen Universum zuordnen, also wer gehörte jetzt zu Startrek, Stargate, Starwars, Battlestar Galactica, oder einem der anderen Sternendinge. Starbucks sowie Starsky & Hutch fehlten allerdings.

 

Da wir keine Lust hatten, uns treppauf an einer Schlange, die wohin auch immer führte, anzustellen, gingen wir zunächst mal nach links. Im Nachhinein gesehen war das vielleicht ein Fehler, denn die lange Schlange gehörte zu den Leuten, welche sich um Autogramme anstellten, doch dahinter wäre auch noch ein interessanter Raum gewesen, dem Vernehmen nach nämlich jener für die Doctor Who Fans.

 

An jedem Eingang oder Durchgang standen Leute mit »Staff«-T-Shirts, die das Ticket und das bunte Armbändchen kontrollierten, welches die Rangordnung der Ticketinhaber dokumentierte. Presse hatte leider keine eigene Farbe, wir hatten also quasi ein gewöhnliches Wochenend-Ticket mit Berechtigung zu nichts Besonderem. Wen die interessante und etwas verwirrende Preis- und Berechtigungsgestaltung dieser Convention interessiert, sei auf die offizielle Seite http://fedcon.de verwiesen.

 

Zunächst fanden wir einen Merchandise-Stand der Fedcon selbst, an welchem neben den offiziellen Fedcon-T-Shirts, Lanyards, etc. auch Fotos für die Autogrammstunden, aber auch allerlei andere Fanartikel zu haben waren. Wesentlich mehr davon fand mensch aber im ersten Stock im sogenannten Ferengi Market Place, der eine ganze Seite des dreieckigen Stockwerks einnahm. Und dort gab es wirklich alles zu kaufen, was das Fanherz begehrte: T-Shirts mit allen Motiven aus Science Fiction-Serien und Filmen von Andromeda bis Zentauri, aber auch als Fan von allen anderen Genres wurde mensch fündig (jetzt habe ich zB endlich eine Zutrittskarte des Jeffersonian und kann Bones besuchen).

 

Brauchst du eine Tardis-Keksdose oder einen Rizzoli & Isles-Polster, ein Autogramm von Captain Kirk oder ein Jedi-Kartenspiel? Oder wie wäre es mit einer Metallskulptur von einem Monster aus »Alien«? Einer Stormtrooper-Rüstung oder einem Kuschel-Yoda? Kühlschrankmagneten, Modelle und Sammelfiguren, Startrek-Uniformteile, Cosplay-Perücken und Ohren, mensch konnte dort wirklich alles haben. Sogar Original-Requisiten aus Stargate gab es käuflich zu erwerben (diese hatten allerdings dreistellige Preise).

Für die Kunstliebhaberinnen gab es Gemälde des Lieblingsraumschiffs oder -captains, aber auch einiges, das nicht zu kaufen, nur zu bestaunen war: Raumschiff-Modelle etwa oder ein Doctor-Who-Tischfussballspiel mit den Doctors und Companions auf der einen und den Monstern auf der anderen Seite.

 

Doch das Interessanteste waren für mich die Besucherinnen. Mensch sah mehr Starfleet-Captains als die Starfleet jemals Schiffe haben wird, auch Admirals, und jede Menge Offizierinnen undefinierbaren Ranges aus allen Epochen von Star Trek von TOS bis Enterprise. Dann, um bei Star Trek zu bleiben, eine Truppe Klingoninnen, die auch ein obskures Aufnahmeritual zeigten (das ich vermutlich in DS9 schon mal gesehen hatte), einige Ferengi, Andorianerinnen, Trill und sogar eine einsame Cardassianerin bekam mensch zu Gesicht.

 

Wesentlich martialischer als Star Trek ist natürlich Star Wars, so liefen jede Menge Stormtroopers und Söldner aus diesem Universum herum, ein Wookie war beliebtes Fotomotiv (und sein durchdringender Tiergeruch hing fünf Minuten, nachdem er weg war, noch immer im Raum. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es Han Solo bloß geschafft haben konnte, sich mit Chewbakka ein Raumschiff zu teilen). Und dann kurvte noch R2D2 durch die Gänge, unauffällig gesteuert von einem unbeteiligt aussehenden jungen Mann.

 

Stargate war auch ziemlich häufig vertreten, vermutlich angesichts der Stargäste aus SG1 – Richard Dean Anderson, Amanda Tapping und Michael Shanks warenja angereist. Seltsamerweise konnte ich keinen einzigen Goa’uld ausmachen, die hatten es wohl alle mit der Angst zu tun bekommen.

Auch aus anderen Serien und Filmen, von Doctor Who bis Alien, fand mensch Charaktere und/oder Monster auf der Fedcon.

 

Doch zu den Besucherinnen komme ich ohnedies später in der Sendung noch genauer, wenn ich euch meine Interviews spiele.

 

Wir waren ja eigentlich nur zum Schauen gekommen, eventuell auch, um eine Kleinigkeit zu kaufen, und natürlich hauptsächlich für die Interviews, die in den nächsten beiden Beiträgen eingespielt werden, und angesichts unserer zeitlichen Beschränkung auf den Freitag blieb uns keine Zeit mehr, uns noch in ein Panel zu setzen und einer der Schauspielerinnen zu lauschen. Was wir uns aber gegönnt haben, war eine Lesung aus dem äußerst humorvollen Buch über Fankulturen »Geek, Pray, Love« von den Autorinnen Andrea Bottlinger und Christian Humberg. Dazu folgt in Kürze eine Rezension im Rezensionbereich von hinterfragt sowie auf meinem Blog Schreibgut.

 

Musik:

Project System 12: Star Child 03:36

 

Beitrag 2: Einblick

Im den beiden folgenden Beiträgen werde ich euch einige Gespräche einspielen, welche ich mit den Teilnehmerinnen der Fedcon 23 geführt habe. Ich habe insgesamt so viel Material gesammelt, dass ich locker die ganze Sendung damit hätte bestreiten können, natürlich musste ich daher für die Ausstrahlung sehr vieles heraus schneiden.

 

Zu Beginn möchte ich jene Interviews spielen, die Besucherinnen betreffen, welche zum Startrek und Starwars-Universum gehören. Meine Fragestellung war generell in etwa folgende:

 

Warum bist du / seid ihr auf der Fedcon?

Ist das der erste Besuch auf der Fedcon bzw. einer Convention?

Wofür interessierst du / interessiert ihr euch genau (Autogramme, Fotosessions, Panels, …)?

Frage nach den konkreten Fanaktivitäten (Filme / Serien, Bücher, Fan fiction lesen/schreiben, Internet: Foren, facebook, twitter, …)

 

Zunächst mal ein Interview mit einem an seiner Uniform eindeutig als Startrek-Fan erkennbaren Herrn von ca. 40 Jahren aus Österreich.

 

[ oton1prev7 – 1:00 ]

 

Hier haben wir also den typischen Fan, der noch vor der Internet-Ära zum Fan wurde und sein Fantum hauptsächlich nichtvirtuell lebt. Er hat kaum Interesse an Online-Aktivitäten, außer vielleicht auf einschlägigen Foren zu lesen.

Ebenso wenig scheint sich das Paar im nächsten Interview für online-Fantum begeistern zu können.

 

[ oton2prev11 -:0:39]

 

Hier steht als das Handwerkliche im Vordergrund, die selbst geschneiderten Kostüme waren so gut gemacht, dass ich eigentlich gemeint hatte, sie wären bei irgend einem Onlineshop bestellt worden. Aber auch hier stehen die Real-Life-Aktivitäten im Vordergrund, jedoch auch bei diesen beiden gibt es keinen Fanclub und keine Treffen, die besucht werden können. Sowohl der Österreicher im ersten Gespräch als auch die beiden aus Ulm meinen, dass die geographische Lage ein wesentlicher Faktor für das Vorhandensein von entsprechenden Vereinen oder Interessensgruppen wäre. In den größeren Ballungszentren in Deutschland hätte mensch hier offenbar eine statistisch größere Wahrscheinlichkeit, auf gleichgesinnte Fans zu treffen. Grundsätzlich stimme ich dieser Annahme zu, wenn ich mich daran erinnere, welche Gruppierungen mensch in Wien vorfindet, welche in Innsbruck vergeblich gesucht werden. Jedoch gilt dieser Vorteil der Ballungszentren ebenso für spezialisierte Fachgeschäfte oder Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten, nicht nur für Fanclubs.

 

Und, ebenso wie mensch die Spezialbestellung im Onlineshop durchführen kann, kann mensch auch Gleichgesinnte für das Spezialhobby im Weltnetz finden. So etwa auch der nächste Herr. Ihn hatte ich ja bereits im ersten Beitrag kurz erwähnt.

 

[ oton3prev10 – 1:34 ]

 

Und nach diesem eingefleischten Starwars-Fan ein Pärchen, das »in Zivil« auf die Fedcon kam. Mal sehen, was diese beiden hierher treibt:

 

[ oton4prev6 0:48]

 

Dieses Gespräch ist aus mehreren Gründen interessant:

Erstens scheint es sich hier um Menschen zu handeln, wie man sie immer wieder findet: sie schauen Filme, lesen vielleicht Bücher, aber das war es dann auch schon mit Fantum. Sie sammeln keine Autogramme und wollen auch nicht mit ihren Serienstars fotografiert werden, gehen nicht regelmäßig auf jede Convention, schreiben keine Fanfiction und sind in keinem Fanclub. Trotzdem sehen sie sich selbst als Fans.

 

Zweitens war hier erstmals die Frau diejenige, die anfangs das Sprechen übernommen hatte. Dies ist deshalb so bemerkenswert, weil sich bei vielen Pärchen der männliche Teil als der aktivere Fan herausstellte, die Frau machte, wenn überhaupt, halt so mit, indem sie sich auch ein Kostüm überzog. Aber ich habe auch das Gegenteil feststellen können, wenn auch eher selten. Das werdet ihr dann im nächsten Beitrag noch hören, doch zuvor habe wieder etwas Musik für euch.

 

Musik:

Somewhere off Jazz Street: Whispers of Empty Spaces 04:36

 

Zwischenmoderation

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:

Hier ist „hinterfragt„, das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD, dem freien Radio in Tirol! Mein Name ist Ewald Strohmar-Mauler.

 

Ich war auf der 23. Fedcon in Düsseldorf, einer Convention für Science Fiction und Fantasy. Heute gibt es daher einen Bericht mit vielen Interviews von dieser Veranstaltung.

 

Beitrag 3: Seitenblick

Nun geht es weiter mit dem zweiten Teil der Interviews.

 

Im Raum mit den bereits erwähnten teuren Requisiten aus Stargate traf ich eine Dame in ungefähr meinem Alter mit ihrer Tochter. Es stellte sich heraus, dass sie aus Holland stammten. Daher ist das folgende Gespräch auf Englisch.

 

[ oton5prev12 – 1:10]

 

So unscheinbar sie ursprünglich gewirkt hatte, erzählte sie doch, dass sie Mitglied des holländischen Startrek Fanclubs »Flying Dutch« ist und sich ebenfalls seit vielen Jahren vor allem für die Philosophie hinter Startrek begeistert.

 

Bei meinen nächsten Gesprächspartnerinnen handelt es sich um – und ich muss sagen, endlich – um Fans eines bei uns nicht so sehr verbreiteten Fandoms: Doctor Who. Da ich persönlich sehr großer Fan dieser britischen Endlos-Serie bin, die es ja bereits wie Startrek seit den 1960er Jahren gibt, freute es mich ganz besonders, endlich auch Whovians auf der Fedcon vorzufinden.

Hier stellte ich übrigens ein großes Manko des Journalisten fest, der auf eine Veranstaltung kommt, um darüber zu berichten: du kannst dich noch so gut vorbereitet haben, die eingeweihten Fachbesucherinnen sind dir immer mindestens zwei Schritte voraus. So auch bezüglich des Vorhandenseins von Doctor Who Fangruppen, die ich bei meinen Vorab-Recherchen jedenfalls nicht wahrgenommen hatte.

Ich hatte es nun mit einer jungen Frau im Outfit des vierten Doktors und ihrem Partner alias Captain Jack Harkness zu tun. Für diese beiden war es ebenfalls nicht die erste Fedcon,.und so sah ich mit meinen spärlichen Informationen, die nur die Stargästinnen und die Fedcon an sich betrafen, ziemlich uninformiert aus, was Doctor Who betrifft.

 

[ oton6prev15 – 1:24]

 

Ich muss wirklich sagen, diese beiden waren von allen Menschen, die ich an diesem Tag befragt hatte, die fannigsten Fans, wenn mensch so sagen kann. Sie waren die einzigen, bei denen ich, wenn ich eine Liste von Fanaktivitäten gehabt hätte, alle abhaken hätte können: hier war nicht nur ein Kostüm vorhanden, auch die Kreativität des selbst Schreibens und die Vernetzung über das Internet. Vor allem die Aussage, »jeder Science Fiction Show mal eine Chance« zu geben, fand ich besonders gelungen.

 

Apropos gelungen: Meine nächste Interviewpartnerin fiel mir schon von weitem auf:

 

[ oton7prev13 -1:13 ]

 

Das Sonnensystem nahm dann übrigens auch am Kostümwettbewerb teil. Leider konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen, ob sie gewonnen hat, da keine Informationen darüber im Internet zu finden sind. Dazu aber später in meinem abschließenden Beitrag.

 

Nun aber zum letzten Interview, hier habe ich im Ferengi Market Place gewartet, bis eine Familie aus dieser Halle des Kaufrauschs heraus gekommen war.

 

[ oton8prev17 – 0:56 ]

 

So, das war’s mit den Interviews, weiter geht es mit ein wenig Musik, bevor ich zum abschließenden Beitrag komme.

 

Musik:

Logical Disorder: Love Is A Machinery 03:22

 

Beitrag 4: Ausblick

Nun komme ich zum letzten Beitrag, in welchem ich wie immer meine Kritik anbringe. Diese ist natürlich beschränkt auf das, was ich persönlich wahrgenommen habe. Ich weiß also zB nicht, wie unterhaltsam oder informativ die Panels waren, wie groß das Gedränge bei den Autogrammen war oder wie gut oder schlecht die Fotoshootings organisiert waren. Und von den Aftershow-Parties kann ich auch nichts berichten.

 

Die Fedcon war eine riesige, bunte Veranstaltung mit jeder Menge Menschen, die sich gerne in ihren sehenswerten Kostümen produzieren. Anscheinend gab es dieses Jahr mehr Kostüme aus verschiedenen Universen als bisher, berichten Teilnehmerinnen, welche schon mehrere Jahre die Fedcon besuchen.

Dann gab es, zweitens, viel käuflich zu erwerbendem Kram, und drittens die Panels. Über letztere kann ich nichts berichten, über erstere will ich nichts mehr sagen, denn ich habe ja im ersten Beitrag schon erzählt, was es alles zu kaufen gab.

 

Ich weiß ja nicht, ob es daran gelegen hat, dass ich über die Presse-Akkreditierung zur Fedcon gekommen bin, anstatt mir um teures Geld ein Platin-Ticket zu erstehen. Da es aber so aussieht, als ob die Pressetickets den normalen Tagestickets entsprechen, gehe ich davon aus, dass auch Tagesticket-Besitzerinnen mit ähnlichen Verwirrungen konfrontiert sind wie ich.

Also: es ist ratsam, entweder schon mal auf der Fedcon gewesen zu sein, oder jemenschen zu kennen, die das war, oder sich zuerst mal die 82 Seiten des Con-Guide genauestens durchzulesen, damit mensch nicht ganz daneben steht. Dies wäre vor allem ratsam, wenn mensch gekommen ist, um ein Autogramm zu erstehen oder an einer Fotosession teilzunehmen. Hier gibt es nämlich strenge Regeln, wer mit welcher Ticketkategorie wann an der Reihe ist. Und wer wann wo wie hinein- und hinaus gehen darf. Auch für die Panels gibt es eine monetär definierte genaue Sitzordnung. Mich würde ja interessieren, ob auch amerikanischen Conventions das auch so minuziös geregelt ist oder ob hier der Ordnungssinn der Deutschen zu neuen Rekordhöhen aufgestiegen ist.Aber lieber ein paar Regeln mehr als das Chaos auf manchem Mittelaltermarkt, wo mensch nicht mal Müllkübeln findet oder bei manchem Catering-Unternehmen in großen Sporthallen, wo die Mengenplanung völlig daneben ist und dann zu Mittag plötzlich keine Würsteln mehr da sind. Auf der Fedcon gab es einerseits Coupons für Essen, andererseits auch einen Kiosk für Snacks und Getränke.

 

Dafür ist der Conguide zweisprachig gehalten und die Contasche recht schmuck und stabil. Auch für die bei Science Fiction Fans nicht so selten anzutreffenden Menschen im Rollstuhl wurde ausreichend vorgesorgt. Sogar eine Kinderbetreuung wäre vorhanden gewesen, damit die Damen und Herren Starfleet Captains in Ruhe den Panels lauschen können.

 

Trotzdem, was mich an der ganzen Fedcon am meisten gestört hat: der Mangel an Informationen. Sowohl im Vorfeld, als ich auf meine Anfrage Anfang des Jahres nach Presseakkreditierung ewig nichts gehört hatte und auf Nachfrage dann endlich, dass das im März erledigt würde. Der April kam ins Land, und ich hatte noch immer keine Information. Ich meine, wir mussten uns ja um ein Quartier kümmern, und in der Messestadt Düsseldorf, auch wenn die Fedcon jetzt nicht so das internationale Großevent ist, aber auch 5000 Leute wollen untergebracht werden. Auch wäre ich brennend an den Informationen, die angeblich auf dem Presseserver verfügbar wären, interessiert gewesen. Doch leider, es kam nichts. Dann endlich, nach der zweiten Urgenz, die Formulare, welche mensch zur Akkreditierung auszufüllen hätte, per eMail. Als ob diese nicht schon im Januar auf den Server hätten gestellt werden können.

Gut, wir erhielten dann rechtzeitig unsere Bestätigungen. Wenn wir erst dann unsere Unterkunft buchen hätten wollen, wäre wohl nichts mehr außer sündteuren 4-Sterne-Suiten übrig gewesen. Doch von einem Presseserver war noch immer nichts zu sehen. Wäre halt für die Vorbereitung toll gewesen, wenigstens die Basisinformationen vom Con-Guide vorab zu erhalten. Was daran besonders komisch ist: für die Fedcon im Jahr 2015 konnte mensch sich bereits während der diesjährigen Fedcon anmelden, aber die Presseanmeldung ist mit solchen Komplikationen verbunden?

 

Aber auch im Nachhinein stelle ich fest, es hat sich für mich als Journalisten nichts verbessert. Eine Nachschau auf der Website der Fedcon zeigt diese genauso wie eine Woche zuvor. Als ob die Veranstaltung noch im vollen Gange wäre, finde ich keinen Rückblick, keine Informationen, wer etwa beim Kostümwettbewerb gewonnen hat, keine offiziellen Zahlen, wie viele Besucherinnen nun tatsächlich gekommen waren, keine Fotos, keine Filme, nichts. Man findet diese Dinge nur über facebook-Verlinkungen auf Seiten von Teilnehmerinnen, Fotografinnen usw. Ich mag aber eigentlich nicht stundenlang Verlinkungen folgen, wenn ich ehrlich bin.

Wenn ich also für diese Sendung darauf Wert gelegt hätte, euch mit Zahlen, Daten und Fakten zu langweilen, hätte ich echt lange suchen müssen, diese auszugraben.

 

Alles in allem war die Fedcon aber auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis, welches eines erneuten Besuches würdig ist. Wir planen, auch im nächsten Jahr wieder zu fahren, diesmal mit den Kindern, und mindestens zwei Tage – einer für Recherche, und einer zum Spaß.

 

Musik:

Grace Valhalla: Worldwide (feat. Maniax Memori) 05:05

 

Abmoderation

So, aber nun genug hinterfragt für heute. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören und hoffe, die Sendung hat euch wieder gefallen.

 

Und nochmals der Hinweis auf die Internet-Seiten zur Sendung:

Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr gerne an mich per eMail senden: radio@hinterfragt.at.

 

Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort findet ihr auch alle Links, könnt Kommentare zur Sendung abgeben oder auch den Newsletter abonnieren. Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

 

Und nun verabschiede ich mich und wünsche euch noch eine gute Zeit.

 

Das war Ewald Strohmar-Mauler mit der Sendung hinterfragt. Das kulturwissenschaftliche Magazin.

 

Abspannmusik

Philos Deploys: Adversus Stultitiam 6:25

 

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