Sendung vom 9. September 2014: Das Phänomen Doctor Who

Ich begrüße euch, liebe Hörerinnen von FREIRAD! Am Mikrofon ist wieder Ewald Strohmar-Mauler mit einer neuen Ausgabe von „hinterfragt.“, dem kulturwissenschaftlichen Magazin.

Die heutige Sendung trägt den Titel: Das Pänomen Doctor Who.

Doctor Who? Mit einem Fragezeichen dahinter. Wieso? Weil dieses britische Phänomen bei uns ziemlich wenig bekannt ist. Doctor … Who?

Es handelt sich um eine TV-Serie, die seit über 50 Jahren läuft und nicht nur mehrere Spinoffs, sondern auch zahllose Audiodramas, Romane, Kurzgeschichten, Fanfiction, Merchandising aller Art, Dutzende facebook- und sonstige Gruppen und vieles mehr hervor gebracht hat.

Ein Fandom besonderer Art also, mit dem ich mich heute aus kulturwissenschaftlicher Sicht beschäftigen will.

Im ersten Teil werde ich die nicht unspannende Geschichte der Serie anreißen, und danach auf einige der Themen näher eingehen. In der zweiten Hälfte der Sendung folgt dann die Frage, warum sich das deutschsprachige Fernsehen nicht dafür interessiert hat und abschließend einige Gedanken, warum ich Doctor Who für das perfekte Beispiel für gutes Storytelling halte.

Die Musik heute besteht aus Songs, die ich auf Jamendo gefunden habe, weil ihre Titel irgendwas mit Doctor Who zu tun haben, wie etwa »Time«, »Run« oder »Trust Me«.

Musik:

Time Sequencers: Time Machine 04:07

Beitrag 1: Überblick

»The first ever episode of Doctor Who was broadcast by the BBC at 5.15 pm on Saturday 23rd November 1963. A television legend was born.1«

Soweit der »Essential Guide« zu 50 Jahren Doctor Who in der Einleitung. Also, am 23. November 1963 wurde die erste Folge der TV-Serie Doctor Who in England ausgestrahlt, die aktuelle Staffel startete am 23. August 2014. »It’s a journey that will go on forever,« wie der »Essential Guide«2 im letzten Satz seiner Einleitung behauptet. Und ich hoffe sehr, dass das auch so sein wird.

Worum geht es?

Ein zeitreisender Forscher, der sich nur schlicht »der Doctor« nennt, bewegt sich in seiner Maschine, die TARDIS (Time and Relative Dimensions in Space) genannt wird und wie eine britische Polizeinotrufzelle aus den 1950ern aussieht, durch Raum und Zeit. Er ist ein Time Lord vom Planeten Gallifrey, und entsprechend hat er jede Menge außerirdischer Technologie an Bord seines Schiffes, das im Inneren weitaus größer ist, als man von außen vermuten möchte.

Die Tardis landet oft unerwartet an Orten, wo die Hilfe des Doctor nötig ist, meist ist irgend eine Welt oder gar ein ganzes Universum zu retten. Unterstützung erfährt der Doctor dabei von immer mal wieder wechselnden Begleiterinnen beiderlei Geschlechts, die allgemein als »Companions« bekannt sind und nicht unbedingt von der Erde stammen, wobei der Doctor sie aber doch zumeist auf der Erde zur Zeit der Ausstrahlung der jeweiligen Staffel aufliest. Zu Rolle und Funktion der Companions komme ich aber später.

Ich bin selbst eher zufällig auf diese Serie gestoßen, durch die permanente Beschäftigung mit TV-Serien-Fankulturen in unserer akademischen Familien-WG. In den einschlägigen abonnierten facebook-Gruppen fand ich immer wieder mal eine Erwähnung eines ominösen »Doctor Who«.

Im deutschsprachigen Fernsehprogramm suchte mensch allerdings bis vor Kurzem zumeist vergeblich nach dem Doctor. Erst die aktuelle Staffel wird vom deutschen Ableger des amerikanischen FOX gesendet. Doch dazu etwas später mehr.

Ich hatte also ein gewisses Interesse an der Serie entwickelt, weil auf facebook immer wieder auf diese verwiesen wurde, und versuchte zunächst, auf youtube Ausschnitte zu finden. Tatsächlich entdeckte ich die allererste Folge aus 1963. Manche wissen es noch: damals war das Fernsehen noch schwarzweiß, die Computer in den Filmen hatten Hebel und Zeigerskalen und lasen Magnetbänder, und die Frauen hatten ihre Haare mittels viel Haarspray zu wunderlichen Türmen arrangiert. So präsentierte sich mir die erste Folge von Doctor Who also eher abschreckend, zumal sie mit einer Diskussion zwischen zwei Lehrpersonen über eine Schülerin beginnt. So hatte ich dann auch schnell durch Drücken von STRG+W das Erlebnis beendet und mich gewundert, was da dran so toll sein sollte.

Doch dann folgte via DVD der Einstieg in die »neuen« Folgen, die ab 2005 produziert werden und entsprechend von der Präsentation her weitaus faszinierender waren.

Doch ich greife vor. Zunächst also wie angekündigt, die Geschichte der Serie. Zu den Anfängen gibt es sogar einen Spielfilm auf DVD: »An Adventure in Space and Time«3, der recht kurzweilig zeigt, wie das Phänomen Doctor Who seinen Anfang nahm:

Die BBC hatte, offenbar um frischen Wind in das Programm zu bringen, einen kanadischen »Head of Drama« namens Sydney Newman engagiert. Dieser sollte eine Programmlücke am Samstag Nachmittag füllen … Familienprogramm also. Newman hatte die Idee, eine Science Fiction Serie mit Bildungselementen zu kreieren. Er wandte sich damit an die Produzentin Verity Lambert, und außerdem wurde der in Indien geborene Regisseur Waris Hussein mit ins Boot genommen. Ein Chef von jenseits des großen Teiches, eine Frau und ein Asiate – wer die Verhältnisse in den 1960ern kennt, kann sich jetzt vorstellen, dass diese Kombination alle Regeln brach und wohl auch einige Ressentiments innerhalb der Männerriege in der BBC-Chefetage erzeugte.

Der Vierte im Bunde war der Charakter-Schauspieler William Hartnell, der das schrullige und grantige Naturell der ersten Inkarnation des Doctors wunderbar darstellte – bzw. vermutlich sogar überhaupt erst entwickelte.

In den ersten Episoden veränderte sich der Charakter der Serie stark, vor allem der ursprüngliche Anspruch, auch ein wenig Bildung mitzubringen und nicht nur Science Fiction, wurde spätestens abgeschwächt, als die Daleks auf dem Bildschirm auftauchten. Diese Wesen sind Mutanten vom Planeten Skaro, von metallenen Gehäusen umschlossen, welche mit verschiedenen Instrumenten und Waffen bestückt sind. Sie sind emotionslos bis auf den Hass, den sie in sich tragen, und sie sind die ältesten und größten Feinde des Doctors. Dieser nennt sie auch „little green blobs in bonded polycarbide armour„.4

Erzähltechnisch haben sie den Schwerpunkt der Serie, bei der ursprünglich ein Gleichgewicht zwischen historischen und Science-Fiction-Inhalten angedacht war, eindeutig zugunsten der SciFi verschoben, da die Daleks mit ihrer typischen Forderung »Exterminate!«, gekrächzt aus dem Moogerfooger im Tonstudio, schnell sehr populär wurden. Weitere Monster und andere Feinde, von denen manche nach wie vor immer wieder auftauchen, gesellten sich nach und nach hinzu.

Der erste Darsteller des Doctor hielt sich von 1963 bis 1966, als William Hartnell krankheitsbedingt die Serie verließ. Wegen des unglaublichen Erfolgs dieses Samstag-Nachmittagsprogramms konnte man den Doctor natürlich nicht so einfach dem Serientod preisgeben, und so kam scriptwriter Gerry Davis auf die Idee, dass der Doctor, der ja ein Außerirdischer ist, die Eigenschaft haben könnte, anstatt zu sterben, immer wieder eine neue Gestalt anzunehmen. Durch dieses »Regeneration« genannte Phänomen waren also friktionsfreie Schauspielerwechsel ein Kinderspiel und dies ist mit ein wesentlicher Faktor für die Langlebigkeit der Serie.5

Es folgten also als zweite Inkarnation Patrick Troughton von 1966 bis 1969, dann Jon Pertwee als dritter Doctor von 1970 bis 1974, dieser bereits in Farbe statt Schwarzweiß, gefolgt von Tom Baker als vierter Doctor von 1974 bis 1981 (er spielte den Doctor also im Fernsehen am längsten). Der fünfte, Peter Davison, folgte dann von 1982 bis 1984, Colin Baker übernahm als sechster von 1984 bis 1986. Dann regenerierte er wieder und Sylvester McCoy übernahm die Rolle als siebter Doctor von 1987 bis 1989, dem Ende der »klassischen« Ära von Doctor Who.

Im Jahr 1996 wollte die BBC die Serie in die USA verkaufen und nahm zu diesem Zweck einen TV-Spielfilm auf, dem man das amerikanische Zielpublikum in jeder Minute anmerkt, er handelt auch in San Francisco. Den Part des Doctor spielt anfangs noch Sylvester McCoy, der mit seiner Tardis im Kugelhagel zweier Chinatown-Gangs landet, regeneriert und dann von Paul McGann als achter Doctor abgelöst wird. Der Plan der BBC ging nicht auf, die amerikanischen Filmgesellschaften kauften die Serie nicht und so blieben die Rechte bei den BBC, welche dann ab 2005 die Serie wieder ins Programm aufnahmen, mit Christopher Eccleston als neuntem Doctor. Wobei die Zählung nicht so ganz stimmt, denn eigentlich war zwischen dem achten und neunten der große Time War zwischen Time Lords und Daleks, wo sich beide gegenseitig ausrotteten und der Doctor als einziger überlegte, oder so glaubt er zumindest. Im Zeitkrieg inkarnierte er nochmals als »War Doctor«, wortkarg gespielt von John Hurt im Jahre 2013 in der Episode »The Day of the Doctor«.

Die »New Who«-Ära setzte nach Eccleston fort mit David Tennant von 2005 bis 2010 als zehntem, Matt Smith von 2010 bis 2013 als elftem Doctor und derzeit sehen wir am Samstag Abend den zwölften Doctor, gespielt von Peter Capaldi.

Musik:

Nelson Jenstad: Run 2:28

Beitrag 2: Einblick

Nach dieser historischen Einleitung werde ich noch kurz anreißen, was es außer der dominanten TV-Serie noch so alles gibt im Doctor-Who-Universum, das die BBC da aufgebaut hat:

Zunächst mal, bleiben wir im Fernsehen. Hier gibt es neben der regulären »Doctor Who«-Serie, welche immer wieder auftretende Specials aufweist, etwa zu Jubiläen der Serie, bei der dann mehrere der Doctor-Who-Darsteller und Rudel von Companions auftreten, oder regulär mit einer Weihnachtsfolge, auch noch diverse Kurzepisoden, sogenannte Minisodes. Dann haben wir die auch aus US-Serien bekannten Spinoffs, wo Serien aus Nebencharakteren und Seitenlinien der Original-Handlungsstränge entwickelt werden. Hier etwa »Torchwood« über das gleichnamige geheime Institut zur Bekämpfung außerirdischer Gefahren für das Vereinigte Königreich, gegründet von Königin Victoria, oder »The Sarah Jane Adventures«, wo Sarah Jane Smith, Companion des dritten und vierten Doctors, mit Jugendlichen aus ihrer Straße Konfrontationen mit Außerirdischen ausficht. Torchwood bedient eher das Erwachsenensegment mit mehr Gewalt, Sex und Gefluche und Sarah Jane die 10-16-jährigen. Als ob das Doctor Who Universum solche Stereotype nötig hätte…

Weitaus mehr Episoden als im Fernsehen sind in anderen Medien zu finden. Etwa im Bereich der Audio-Produktionen findet mensch ca. 200 reguläre Doctor-Who-Audiodramas bei Big Finish Productions, und die ersten 50 sind derzeit sogar zum Spottpreis zum Download erhältlich. Diese seit 1999 aufgenommenen Geschichten sind nicht nur hochprofessionell gemachte Hörspiele, sie bieten zudem die Möglichkeit, einigen der klassischen Doctors, vor allem Nummer 5 bis 7, wieder zu begegnen und viel mehr vom achten Doctor zu erleben.

Außerdem gibt es dort jede Menge weitere Hörspiel-Serien: Early Adventures, Companion Chronicles, Lost Stories, 8th Doctor Adventures, und eigene Serien aus dem Umfeld des Doctors, wie etwa Abenteuer von Sarah Jane Smith, oder des Doctors Heimatplaneten Gallifrey, die Daleks und Cybermen, die militärische Organisation UNIT, und auch mit Personen, die in den Filmen gar nicht vorkommen, wie die Anthropologin Bernice Summerfield, die auch einige Zeit den Doctor begleitete.

Auch Dutzende Romane, Kurzgeschichten und Comics aus dem Doctor Who Universum sind erhältlich, auch Webcasts kann man sich ansehen, also gefilmte Episoden, die von der BBC nur im Internet veröffentlicht werden, sowie natürlich Unmengen von Fanfiction und sogar Trickfilme6 von Fans, die Stories mit Action-Figuren auf handgeschnitzten Planeten-Szenarien aufgenommen und auf eigene Seiten ins Internet gestellt haben. Einen Überblick über diese fast unüberschaubare Masse an Material kann man sich z.B. auf dem »Tardis Data Core« auf wikia.com oder anderen Webseiten verschaffen7.

Weniger bedeutend, aber wegen des Einfallsreichtums trotzdem erwähnenswert sind die vielen Merchandise-Artikel, die von der BBC und anderen Herstellerinnen vertrieben werden, so ist ziemlich alles, was man irgendwie vermarkten kann, zu finden: T-Shirts, Tassen, Action-Figuren und anderes Spielzeug, Tardis-Spardosen, Buttons und Aufkleber, und was nicht noch alles zu haben ist. Natürlich findet mensch auch Autogramme und andere Memorabilia auf dem Markt. Sogar offizielle britische Briefmarken und Ersttagskuverts gibt es, und davon nicht wenig. Da dürften auch bei der Royal Mail einige Who-Fans sitzen.

Doch nun will ich näher auf einige der Themen eingehen, die das Phänomen Doctor Who auszeichnen.

Das Hauptthema ist natürlich die Reise durch Zeit und Raum. Ursprünglich war ja, wie gesagt, angedacht, immer eine Geschichte, welche in der Vergangenheit spielt, und eine aktionsreiche Science-Fiction Geschichte, die üblicherweise in der Zukunft und/oder einem fernen Planeten spielt, abwechseln zu lassen. Auch in den heutigen New Who Episoden findet man immer wieder dieses Muster, wenn auch nicht sklavisch im Verhältnis 1:1 – dafür treten die belehrenden Elemente zugunsten von Stilelementen moderner Serien wie parallelen Handlungssträngen, rascher Szenenwechsel, usw. zurück.

Die Gründe für die Reisen des Doctors sind nach dessen eigenen Aussagen, den Kosmos zu erkunden und wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln, es zeigt sich aber meist, dass er von seiner Tardis (oder den Time Lords) an ein Reiseziel geschickt wird, an welchem er einen Paladin für die gerechte Sache zu spielen hat, und letztlich lautet das implizite Versprechen an seine Companions – und somit auch an uns als Zuseherinnen, Zuhörerinnen oder Leserinnen, dass das nächste Abenteuer noch großartiger und abenteuerlicher werden wird als das vorige und wir noch wundervollere Welten sehen werden.8

Was mir ganz angenehm auffällt: es wird nirgends genau erläutert, wie diese Zeitreisetechnologie denn eigentlich funktioniert. Glücklicherweise will das heute auch kaum jemand mehr wissen, anders als in den 50er-70er Jahren, als die Maschinen in den Zeitreise-Romane noch in wilden Briefe an Herausgeber kritisiert wurden. Verwendet man Begriffe wie Vortex, ist die durchschnittliche Seherin ja heute eh schon beruhigt. Und der (zehnte) Doctor gibt einmal sogar indirekt zu, dass er die Sache mit der Zeit offenbar selbst nicht ganz durchschaut. Zumindest kann er sie nicht erklären. Zitat: »People assume that time is a strict progression of cause to effect, but actually from a non-linear, non-subjective viewpoint – it’s more like a big ball of wibbly wobbly… timey wimey… stuff9.«

Natürlich haben wir bei fast allen Abenteuern, vor allem jenen der klassischen Ära, den Eindruck, sie bestünden nur darin, dass der Doctor, seine Companions und all, die er in der jeweiligen Episode rettet, vorwiegend durch Korridore laufen, die immer alle ziemlich ähnlich aussehen, um die Tardis wieder zu finden, die geraubt wurde, einen Berghang hinunter gestürzt ist, sich heimtückisch selbst dematerialisiert hat, plötzlich außer Funktion ist, oder andere Probleme hat.

Ein stehender Satz des Doctors hierzu ist: »When I say run – run!«

Übrigens wird in den Audiodramas weniger gerannt als in den TV-Episoden, aber wenn, dann wird dabei mehr gekeucht.

Wenn wir schon bei den stehenden Sätzen sind, ein weiterer wäre: »Trust me, I’m the Doctor!« Diejenigen, zu denen er das sagt, glauben es, denn er hat eine überzeugende Ausstrahlung. Nun ja, nicht in jeder seiner Inkarnationen. Der erste ist stets grummelig, der zweite ist zerstreut, der sechste steht immer irgendwie neben sich, der neunte hat durch den Zeitkrieg und die Tatsache, dass er der letzte Time Lord ist, ein existenzielles Problem, der elfte wirkt immer durchgeknallt. Der zwölfte fängt sich nach der ersten Episode langsam, schauen wir mal, wie er sich entwickelt. Und alle, fast ohne Ausnahme, hüllen sich in anachronistische oder aus Sicht unserer Modevorstellungen lächerliche Kleidung: Rüschenhemden, Pullis mit lauter Fragezeichen, Mäntel aus sechs verschiedenen knallbunten Stoffen, Sellerie als Knopflochblume, Converse-Schuhe zum Nadelstreifanzug, usw. Es ist immer wieder faszinierend, dass diesem Kerl trotzdem jemand vertraut … und er dann auch tatsächlich die Welt rettet.

Natürlich werden Fans dann gefragt, was an diesen eigenartigen Typen denn so toll sein soll. Eine eigentlich offensichtliche Erklärung: der Doctor ist ein Showman. Er inszeniert sich und alles, was er macht. Er geheimnisst viel herum, auch hierzu wieder ein stehender Satz als Standard-Antwort, wenn etwas besonders eigenartig oder einer seiner Pläne nicht sogleich durchsichtig ist und er danach gefragt wird »I’ll explain later!« Was er dann aber nie macht. Manchmal erklärt der weitere Verlauf der Episode wenigstens einen Teil davon, aber nicht immer. Geheimnisse und Spektakel umgeben den Doctor also wie eine Aura. Er inszeniert eine Show, und zugleich ist er diese Show.

Eines der Bücher, aus dem ich die Weisheiten für diese Sendung genommen habe, stammt von einem Fan, Marc Schuster, und trägt den Titel: »The Greatest Show in the Galaxy«, und dies ist zugleich auch der Titel einer der Episoden des siebten Doctors. Ich persönlich bin ja ein großen Fan des Siebten, dargestellt von Sylvester McCoy, und seiner kongenialen jugendlichen Begleiterin Ace, gespielt von Sophie Aldred. Die beiden sind echte Showleute, und ihr Zusammenspiel macht einfach Freude.

Doctor Who erzählt nicht nur Geschichten, sondern ist primär Show. Dadurch hebt sich die Serie meiner Meinung nach von anderen TV-Serien ab. Schuster zitiert einen Kollegen, der Doctor Who als Mischung aus Jules Verne und Salvador Dalì sieht- »The perfect blend of philosophy, futurism amd play«.10

Musik:

GroovyVox: Trust Me 3:19

Zwischenmoderation

Für alle, die sich erst später zugeschaltet haben:

Hier ist „hinterfragt„, das kulturwissenschaftliche Magazin live auf FREIRAD, dem freien Radio in Tirol! Mein Name ist Ewald Strohmar-Mauler.

Das heutige Thema ist »Das Phänomen Doctor Who«, und ich versuche heute, dieser Fernsehserie, die nicht nur seit mehr als 50 Jahren läuft, sondern auch noch viel mehr als eine Fernsehserie ist, nachzuspüren. Wer jetzt erst eingeschaltet hat, hat die Geschichte der Sendung verpasst und den Beginn der Besprechung der tragenden Themen.

Macht nichts, ab morgen gibt’s die Sendung dann auf der Webseite hinterfragt.at zum Nachhören.

Beitrag 3: Seitenblick

Doch nicht nur das Show-Element, über welches ich vorhin gesprochen habe, ist in Doctor Who zu finden, sondern auch etwas, das ganz besonders mich als Kulturwissenschaftler freut:

Viele Episoden spiegeln den Zeitgeist wider, indem sie ihn kritisieren. Vor allem die Medien, und allen voran das Fernsehen und Nachrichtenmedien werden zu Zielscheiben, wenn etwa eine Episode, in welcher eine außerirdische Gestalt Menschen in ihre Fernsehgeräte saugt, um sich an ihrer Lebensenergie zu stärken, »The Idiot’s Lantern«, also »Narrenkastl« heißt, oder wenn im 200. Jahrhundert eine Raumstation sämtliche Nachrichten für die Erde manipuliert. Die manipulativen Effekte der Massenunterhaltung waren seit der klassischen Ära immer wieder beliebtes Thema bei Doctor Who, ebenso die verheerenden Folgen eines Fortschritts, der Raubbau an unwiederbringlichen Ressourcen betreibt.

Der Doctor durchschaut das alles, auch deshalb, weil er vieles davon in dieser oder einer ähnlichen Art schon mal gesehen hat. Denn warum sollte es auf anderen Welten anders ablaufen als auf der Erde? Genauso wenig wie die Erdmenschen die Krone der Schöpfung sind bei dem ganzen Blödsinn, den sie anstellen, genauso wenig sind sie die Trottel des Universums, denn durchschnittlich werden wohl alle anderen mehr oder weniger intelligenten Lebewesen die selben Entscheidungen treffen und die gleichen Probleme verursachen, und vielleicht lösen, wie wir. Und es ist ja primär eine Eigenschaft der Science Fiction, uns diesen Spiegel der menschlichen Entwicklung vor Augen zu halten.

Der Doctor ist also eigentlich auch irgendwie personifizierte Kulturkritik. Wobei er nicht nur kritisiert, sondern die Ursachen, etwa eine Raumstation oder eine Maschine, gleich außer Funktion setzt und die Verursacherinnen in ihre Schranken weist.

Marc Schuster dazu: »the point of the program is to open people’s minds and challenge them to look at the world from new, frequently more critical, perspectives.11«

Ein weiteres starkes kritisches Element der Serie sind die zahlreichen Referenzen, nicht nur auf andere Episoden, sondern auch auf andere Science Fiction Serien und Filme wie Star Trek, Star Wars, Back to the Future, oder Men in Black, generell auf Science Fiction-Themen – etwa auf Zeitreise-Paradoxa und das übliche Technobabble wird augenzwinkernd hingewiesen. Referenzen auf Fantasy wie Harry Potter oder klassische Literatur wie Alice in Wonderland, aber auch Sherlock Holmes und Shakespeare sind zu finden. Letztere vermutlich auch deshalb, weil einige der Doctor Who-Darsteller auch im Theater in Shakespeare-Rollen zu sehen waren.

In gewisser Weise kann Doctor Who auch als Parodie herkömmlicher Science Fiction angesehen werden:

Die Tardis: ein Raumschiff, dass wie eine Polizeinotrufzelle aussieht anstatt wie ein vernünftiges Raumschiff mit mächtigen Warpantriebs-Pylonen?

Die Daleks: Kreaturen wie riesige Pfefferstreuer, die mit einer WC-Saugglocke und einem Rührbesen bewaffnet sind, durch ein Sehrohr schauen und sich trotzdem als überlegene Rasse betrachten?

Androiden wie die Cybermen sehen roboterartig aus und künstliche Wesen wie die Autons dagegen menschlich?

Und das beste: das Universalwerkzeug / Waffe des Doctor ist der »Sonic screwdriver« (zu deutsch übrigens schrecklich als Ultraschallschrauber übersetzt), kein Laser oder Phaser oder Taser. Bei Sarah Jane wird dieses Teil übrigens gar zu einem »sonic lipstick«…

Kann man hier gar von Anti-Science Fiction sprechen? Die Science, die Wissenschaft, wird ja doch arg gebeutelt bei Doctor Who

Grundsätzlich findet mensch im Doctor eine Person, welche dem klassischen Bild von Gerechtigkeit und Humanismus entspricht. Er verabscheut Gewalt grundsätzlich und setzt sie nur im äußersten Notfall selbst ein, hindert oft auch die Krieger in seiner Gesellschaft daran, versucht immer, lieber eine intelligente Lösung des Problems zu finden, oder er bringt seine Gegnern durch einen Redeschwall dazu, aufzugeben, usw. Das Leben in all seinen Formen ist schützenswert und wird von ihm verteidigt. Manchmal hat man zwar den Eindruck, die Emotion gewinnt die Oberhand, vor allem, wenn es um seine Erzfeinde, die Daleks geht, aber unterm Strich ist der Doctor schon geeignet, eine Vorbildfunktion für die heranwachsende Generation zu bilden.

Somit kommen wir jetzt auch gleich zu einem etwas heikleren Kapitel: den Companions, also den weiblichen oder männlichen Mitreisenden in des Doctors Tardis. Diese spiegeln den Zeitgeist und die Intentionen des Senders, oder sollte man sagen, die Moden des Fernsehens, am stärksten wider.

Der erste Doctor – wir erinnern uns: es sollte lehrreiches Entertainment sein – wurde begleitet von seiner 15jährigen Enkelin Susan und deren Lehrpersonen Barbara und Ian, die ihr aus der Schule nachgegangen waren und die Tardis entdeckt hatten. Doch die Rolle des Lehrers sollte dem Doctor vorbehalten bleiben, und die Companions sind dazu da, zu staunen. Natürlich auch, bei den waghalsigen Abenteuern zu helfen, aber primär sollten sie eben die Perspektive der Zuseherinnen repräsentieren, die in Ehrfurcht über die Wunder des Universums erstarren sollten und natürlich den Doctor und seine nonchalante Art, über allen Problemen zu stehen, bewundern. Ein Showman braucht sein Publikum.

Aber der Doctor hat auch die Rolle des großen Bruders, oder vielleicht eher, des Lieblingsonkels, für seine Companions / Zuseherinnen. Er zeigt ihnen das Universum, um ihnen eine Freude zu machen. Zumindest ist das in vielen Episoden der Inhalt der ersten paar Sätze, bis die Tardis dann unsanft statt auf dem sonnigen Urlaubsplaneten in einer finsteren Eiswüste notlandet.

Der Doctor ist Time Lord, also ein Mitglied jener ziemlich selbstgerechten Rasse vom Planeten Gallifrey, die meinen, sich überall im Universum einmischen zu müssen, und allgemein gültige Gesetze heraus zu bringen, um diese mit mafiösen Methoden durchzusetzen. Darum haben auch manche Companions die Funktion des Leibwächters für den Doctor, wenn er die Rolle des Mafia-Dons übernimmt. Und auch für Fans des klassischen Militärs findet sich etwas: der UNIT-Brigadier Alistair Gordon Lethbridge-Stewart und seine Leute sind in vielen Abenteuern verschiedener Doctors zu sehen.

Warum ich vorhin sagte das Thema Companions wäre in heikles, liegt darin, dass die meiste Companions weiblich sind. Dies hat zwei Effekte: in den 60er und 70er Jahren gab es Darstellerinnen, die offenbar wegen ihrer weiblichen Reize von den Produzenten eingesetzt wurden und sonst wenig zur Handlung beizutragen hatten. Der Doctor selbst nahm diese Reize aber weniger bis gar nicht wahr und war nur an der Intelligenz der Companions interessiert: diese waren dann laut Rollenbeschreibung auch oft Atomphysikerinnen oder Ähnliches. Irgendwann aber wurde dann offenbar der Ruf Sexismus laut und die Companions hochgeschlossener. Mehrere Companions (hochgeschlossen oder nicht) verliebten sich übrigens in Nebendarsteller auf irgendwelchen Planeten und blieben dann bei diesen.

Der zweite Effekt ist natürlich die Frage nach der Sexualität des Doctor. Diese ist in der klassischen Ära quasi nicht gegeben, es ist ja Familienprogramm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

In der New-Who-Ära kommt das Element der sexuellen Anziehung zwischen Doctor und Companion anfangs bei Rose Tyler klar zum Vorschein, um mit Martha Jones und vor allem Donna Noble schnell wieder zu verschwinden und dann in rätselhafter, die Zuseherinnen im Unklaren lassenden, Weise bei Amy Pond und Clara Oswald wieder aufzutauchen.

Die Companions der New Who Ära haben auch eine weitere wichtige Rolle: sie retten den Doctor, und haben eigenständige, echte Handlungsbögen und dafür sogar »three-word synopses« wie »The Girl Who Waited« oder »The Impossible Girl«.

Ebenso viel könnte man über des Doctors Feinde sagen: Daleks und Cybermen, oder sein Jugendfreund, der abtrünnige Time Lord namens The Master, welche immer wieder auftauchen. Hierfür reicht aber leider die Sendezeit nicht aus.

Jedenfalls wurde hier ein riesiger Handlungsbogen geschaffen, der sich über 50 Jahre ausdehnen ließ und noch immer Spielraum und offene Handlungsstränge für viele weitere Sendungen bietet.

Musik:

DJ So: Time: 3:22

Beitrag 4: Ausblick

Die Sendezeit scheint auch aus timey-wimey stuff zu bestehen, viel ist nicht mehr übrig.

Eine wichtige Frage habe ich noch nicht beantwortet: was machen die Menschen im deutschsprachigen Raum, wenn sie Doctor Who sehen und nicht auf die DVD warten wollen? Wie gesagt, die aktuellen Episoden mit Peter Capaldi laufen ja auf FOX, der ist aber bei uns nur über Kabel zu empfangen (und auch nur im teuersten Paket des Anbieters).

Bisher hat sich keiner der öffentlich-rechtlichen oder Privatsender so richtig aufraffen können, den Doctor regulär zu senden.

Wie kann das sein? In Großbritannien kennt die Serie jedes Kind, sie ist eine »Ikone der Populärkultur«12 , sie wurde von der BBC in 178 Länder verkauft, aber die deutschsprachigen Programmverantwortlichen verweigern sich? Wieso?

Auf Serienjunkies.de findet man den Versuch einer Erklärung:

»Am 28. Mai 1968 tagte […] die Serienkommission des ZDF. […] Das ZDF […] galt im Vergleich zum Ersten Deutschen Fernsehen sehr schnell als unterhaltungsaffiner ­ und gerade im Serienbereich als experimentierfreudig. […] der Ankauf von „Doctor Who“ wurde in der besagten Sitzung […] diskutiert. Dazu hatten sich die Teilnehmer im Vorfeld die sechsteilige Episode „The Ice Warriors“ (1967) angeschaut. […] Das Urteil der ZDF-­Redakteure fiel vernichtend aus: „Die Filme sind in Dekor und Kostümen ebenso naiv wie die Bücher undurchschaubar. Die Ablehnung erfolgt einstimmig.“ Damit war das Thema „Doctor Who“ für das ZDF erst einmal vom Tisch .[…] so gerne man auch auf die ZDF-­Redakteure ihrer Ignoranz wegen schimpfen möchte, völlig unbegreiflich ist ihr Urteil ­- jedenfalls unter dem Gesichtspunkt der technischen Qualität, auch im Vergleich zu dem, was damals schon möglich war ­- nicht.« (Zitat Ende)

Seltsam, »Star Trek«, vulgo »Raumschiff Enterprise« und »The Avengers« vulgo »Mit Schirm, Charme und Melone«, wurden vom selben ZDF zur selben Zeit genehmigt, und wir wissen ja, dass diese puncto Handlung, Dekor und Kostüme auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei waren.

Der zweite Anlauf erfolgte dann 1989, zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Serienjunkies.de dazu: »Als erster deutscher Sender nahm 1989 RTLplus „Doctor Who“ ins Programm. Zuerst liefen die Folgen am Nachmittag, später dann in der Nacht. Auch hier gilt: Man kann den Kölner Redakteuren den wenig pfleglichen Umgang mit der Serie kaum verdenken. RTL (und später VOX) zeigten Folgen aus der Ära von Colin Baker und Sylvester McCoy als sechstem beziehungsweise siebtem Doktor. Schon hier fehlte dem deutschen Publikum ein erhebliches Maß an Vorwissen, was es mit Time Lords, Daleks und Cybermen überhaupt auf sich hat. Außerdem ging in der betreffenden Phase der Produktion (Mitte der 80er Jahre) die Schere zwischen dem, was man technisch an Science Fiction auf der Leinwand zu realisieren wusste, und dem, was „Doctor Who“ auf den Bildschirm brachte, immer weiter auseinander. Auch der Rückhalt für die Serie innerhalb der BBC schwand zu dieser Zeit dramatisch ­ bis zur Absetzung im Jahr 1989.« (Zitat Ende)

Also, wie schon andere gute Serien fiel auch Doctor Who den Entscheidungen der Programm-Macherinnen zum Opfer. Mögen deren Argumente nun berechtigt sein oder nicht, Fakt ist, dass sich hierzulande wohl kaum eine ähnliche Fankultur wird entwickeln können wie in Großbritannien oder sogar in den USA. Ich hatte ja schon in meiner Sendung über die Fedcon im Juni berichtet, dass die Whovians eine kleine, aber vorhandene, Gruppe bilden, die hoffentlich noch wachsen wird.

Mit welcher Folge, mit welchem Doctor soll ich beginnen?, ist eine Frage, die Doctor Who Fans oft hören. Obwohl es grundsätzlich nicht schadet, mit den New Who Folgen zu beginnen, also jenen ab 2005, würde ich den Ratschlägen der Website doctorwhotv.co.uk 13folgen, wo einige Schlüsselepisoden der klassischen Doktoren ausgewählt wurden.

Soll ich als Fazit sagen: »Doctor Who muss man mögen«?

Diese Serie wird dir jedenfalls nicht nachgetragen wie andere, die auf vier Sendern parallel morgens, mittags und abends rauf und runter wiederholt werden.

Doctor Who muss man sich verdienen. Ich habe auch nach dem Hören einiger der Audiodramas festgestellt, dass es eigentlich schade ist, dass dem Fernsehen eine derartige Dominanz eingeräumt wird, und dass die im Fernsehen gezeigten Geschichten nur die Spitze des Eisbergs sind, der Doctor hat außerhalb des Narrenkastls weitaus mehr erlebt. Und während mensch auf die nächste DVD wartet, verkürzt es die Wartezeit sicherlich gewaltig, wenn man sich ein paar dieser Hörspiele herunter lädt und versucht, zur Abwechslung mal mit den Ohren dem Phänomen Doctor Who nachzuspüren.

Doctor Who ist für mich jedenfalls Storytelling vom Feinsten. Da werden Handlungsbögen aufgebaut, die nicht unbedingt in der nächsten Episode aufgelöst werden, da werden bekannte Monster und Erzfeinde in immer wieder neuer, überraschender Weise präsentiert, da wimmelt es von Querverweisen und Anspielungen, von Charakteren, bei denen man sich nie sicher sein kann, was in ihren Köpfen vorgeht… vom Feinsten halt.

Musik:

Time Sequencers: Outside our Galaxy 4:59

Nur 2 min!

Abmoderation

So, aber nun genug hinterfragt für heute. Ich danke euch herzlich fürs Zuhören und hoffe, die Sendung hat euch wieder gefallen.

Und nochmals der Hinweis auf die Internet-Seiten zur Sendung:

Kritik, sowohl negative als auch positive, Wünsche und Anregungen könnt ihr gerne an mich per eMail senden: radio@hinterfragt.at.

Und wer die Sendung nachlesen möchte: die begleitende Website ist zu finden unter hinterfragt.at, dort findet ihr auch alle Links, oder könnt Kommentare zur Sendung abgeben. Außerdem könnt ihr mir auch auf Twitter folgen @hinterfragtAT oder auf Facebook unter hinterfragt.

Das war Ewald Strohmar-Mauler mit der Sendung hinterfragt. Das kulturwissenschaftliche Magazin.

immer am zweiten Dienstag im Monat um 20 Uhr auf FREIRAD, dem Freien Radio Innsbruck, und die Wiederholung am 4. Donnerstag um 9 Uhr Vormittag.

Und nun verabschiede ich mich und wünsche euch noch eine gute Zeit.

Abspannmusik

Macroform: Time Space Matter-Eternity :7:23

Sendung anhören

1 Richards, Justin. Doctor Who 50: The Essential Guide. , 2013. Print, 5

2 ebd.

3 BBC 2014

4 http://tardis.wikia.com/wiki/Dalek

6 http://doctorwhoonlineadventures.wordpress.com

7 tardis.wikia.com

8 Nach: Schuster, Marc, and Tom Powers. The Greatest Show in the Galaxy: The Discerning Fan’s Guide to Doctor Who. Jefferson, N.C: McFarland, 2007. Print., 14

9 Episode „Blink“, 2007

10 Schuster, 4

11 Schuster 2007, 30

12 http://www.serienjunkies.de/news/doctor-who-deutschland-kein-ort-31751.html